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Fragen und Antworten

Die häufigsten Fragen und Antworten rund um:

Notfallverhütungspillen

Allgemein   Anwendung   Nebenwirkungen   Risiken und Risikogruppen  

Notfallverhütung mit der "Spirale danach"

Verhütung

(Ungeschützter) Sex und Schwangerschaftswahrscheinlichkeit








Fragen zu Notfallverhütung- Allgemein

1. Was ist eigentlich Notfallverhütung? 2. Wie wirksam sind Notfallverhütungspillen? 3. Ist Notfallverhütung wie eine Abtreibung? 4. Was sind die Kernaussagen zu Notfallverhütungspillen, wenn ich meiner Freundin davon berichten möchte? 5. Wie teuer ist die Pille danach, wie teuer andere Notfallverhütungspillen, und werden die Präparate von der Kasse gezahlt? 6. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden? 7. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden? 8.Warum ist die „Pille danach“ nicht frei verkäuflich?

Antworten

1. Was ist eigentlich Notfallverhütung?
Notfallverhütung ist eine Form der Verhütung, die nach dem Geschlechtsverkehr angewendet wird - aber vor Eintritt einer Schwangerschaft. Es ist die einzige Möglichkeit, um das Risiko einer Schwangerschaft noch herabzusetzen, wenn andere Methoden der Verhütung fehlgeschlagen sind oder vergessen wurden. Deshalb ist die Notfallverhütung eine wichtige und notwendige Möglichkeit zur effektiven Schwangerschaftsverhütung.

2. Wie wirksam sind Notfallverhütungspillen?
Zehn Studien wurden genau daraufhin analysiert, um eine Antwort auf diese wichtige Frage zu bekommen. Unsere Schlussfolgerung: Notfallverhütungspillen senken das Schwangerschaftsrisiko um mindestens 75 %. Das bedeutet, dass Notfallverhütungspillen 75 % der Schwangerschaften verhindern, die ohne diese Verhütungsmaßnahme andernfalls eingetreten wären.

3. Ist Notfallverhütung wie eine Abtreibung?
Nein, Notfallverhütung ist keine Abtreibung. Eine Abtreibung ist die Beendigung einer Schwangerschaft. Notfallverhütung wirkt, bevor es zu einer Schwangerschaft kommt. Wenn bereits eine Schwangerschaft besteht, funktioniert Notfallverhütung nicht.

4. Was sind die Kernaussagen zu Notfallverhütungspillen, wenn ich meiner Freundin davon berichten möchte?
Punkt 1: Es gibt sichere, erlaubte und verfügbare Verhütungsmittel, die eine Frau nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr anwenden kann, um einer Schwangerschaft vorzubeugen (wenn sie schnell handelt). Die Notfallverhütung mit normalen Verhütungspillen gehört bei uns zu den am besten gehüteten ärztlichen Geheimnissen.
Punkt 2: Notfallverhütungspillen sind nicht dasselbe wie die sog. Abtreibungspille Mifepriston (RU 486). Sie bewirken keine Abtreibung. Eigentlich sind Notfallverhütungspillen nichts anderes als ganz normale Verhütungspillen mit einer erhöhten Hormondosis.
Punkt 3: Über den Link Beratung gelangen Sie zu einem Verzeichnis von Beratungsstellen, die Informationen zu Notfallverhütung anbieten.

5. Wie teuer ist die Pille danach, wie teuer andere Notfallverhütungspillen, und werden die Präparate von der Kasse gezahlt?
In Deutschland zugelassen sind unofem®, das € 16,85 und Levogynon®, welches € 17,79 kostet. Als Verhütungsmittel werden die Kosten in Deutschland für Frauen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr voll und zwischen dem 18. und vollendeten 20. Lebensjahr anteilig von den Krankenkassen übernommen. In allen Fällen müssen die Präparate selbst bezahlt werden. Außerdem kommt ab dem 18. Lebensjahr die Praxisgebühr hinzu.
Bei Notfallverhütung mit normalen Verhütungspillen benötigen Sie nicht mehr als eine Packung. Die Kosten hierfür betragen je nach Packungsgröße und Präparat zwischen etwa 10 und 30 Euro. Wie erwähnt wird die Pille nur in Deutschland und nur bis 20 von Krankenkassen bezahlt. Rein rechnerisch kommen zu diesen Kosten noch die frauenärztliche Untersuchung, evtl. spezielle Untersuchungen (Schwangerschaftstest, Blut-Laboruntersuchung u.a.) sowie die Beratung - bei Bedarf einschließlich einer Rezeptausstellung - hinzu. Diese Kosten werden jedoch stillschweigend von den Krankenkassen übernommen. Wenn eine Frau sicher ist, dass sie auf keinen Fall schwanger werden will, sind diese Kosten sehr gering im Vergleich zu den Kosten einer Abtreibung sowie den seelischen Belastung oder den körperlichen Hormonstörungen nachher.

6. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden?
Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen sind unangenehm genug, um die meisten Frauen davon abzuhalten, diese Mittel regelmäßig zur Verhütung zu benutzen. Anstatt Notfallverhütungspillen regelmäßig einzunehmen, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt/Ihrer Beratungsstelle eine wirksame, aber nebenwirkungsärmere Methode zur regelmäßigen Verhütung besprechen. Der korrekte, regelmäßige Einsatz von individuell ausgewählten, für Sie passenden hormonellen Verhütungsmitteln ist weitaus sicherer als der wiederholte Gebrauch von Notfallverhütungspillen.

7. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden?
Mit Sicherheit nicht! Alle anderen, richtig angewandten Verhütungsmittel sind wirksamer als Notfallverhütungspillen. Und: Die Nebenwirkungen der Hormonmengen in Notfallverhütungspillen sind unangenehmer als die Nebenwirkungen der meisten anderen Verhütungsmittel.
Für Frauen, die nur selten Geschlechtsverkehr haben, sind die sog. Barrieremethoden recht gut geeignet. Also zum Beispiel: Kondome für Männer, Kondome für Frauen, Spermizide (Schaumovulum), Diaphragma, Pessar. Alle können bei Bedarf, d.h. bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet werden. Alle Methoden haben, wenn überhaupt, nur relativ wenig Nebenwirkungen. Allerdings: Sie müssen regelmäßig bei jedem Geschlechtsverkehr sorgfältig und genau angewendet werden. Die Verhütungspille kann ebenfalls eine Möglichkeit für Sie sein. Anders als die nur bedarfsabhängig einzusetzenden Barrieremethoden müssen Verhütungspillen aber jeden Tag eingenommen werden. Allerdings bieten sie neben dem Schwangerschaftsschutz noch einige wichtige Vorteile. Sie verringern z.B. das Risiko von Gebärmutter- und Eierstockkrebs, vermindern Blutarmut und Krämpfe während der Regelblutung oder haben eine vorteilhafte Wirkung auf die Haut.

8.Warum ist die „Pille danach“ nicht frei verkäuflich?
Die „Pille danach“ ist verschreibungspflichtig. Es gibt dafür aber keine zwingenden medizinischen Gründe (wie z.B. zu große Nebenwirkungen). Deshalb hat der "Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht" im Juni 2003 auch empfohlen, diese Verschreibungspflicht aufzuheben. Voraussichtlich Anfang 2004 wird die Bundesregierung darüber entscheiden.
Weltweit ist die „Pille danach“ bereits in 25 Ländern rezeptfrei erhältlich, zum Beispiel in Frankreich, England, Norwegen und Schweden.



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Fragen zu Notfallverhütung- Anwendung

1. Wann werden Notfallverhütungspillen typischerweise angewandt? 2. Wie wende ich Notfallverhütungspillen an? 3. Ich war ziemlich betrunken, weswegen ich mich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnere, als ich ungeschützten Sex hatte. Kann ich trotzdem auch 76 oder 78 Stunden nachher noch Notfallverhütungspillen einnehmen? 4. Wie finde ich jemanden, der mir Notfallverhütungspillen verschreibt? Gibt es Ärzte, die mir die Präparate auch per Telefon verschreiben? 5. Ist ein Schwangerschaftstest vor der Notfallverhütung notwendig? 6. Ich habe eine abgelaufene Pillen-Packung. Darf ich die noch als Notfallverhütungspillen verwenden? 7. Ist Notfallverhütung auch mit Verhütungspillen möglich, die nicht in Ihrer Liste aufgeführt sind? 8. Warum steht nicht auf dem Beipackzettel der Verhütungspillen, ob und - wenn ja - wie mit ihnen Notfallverhütung möglich ist? 9. Von einigen der Verhütungspillen sollen zur Notfallverhütung 50 Stück auf einen Schlag eingenommen werden. Sind überhaupt genügend in einer Packung? 10. Was kann ich tun, um Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen zu verringern oder zu verhindern? 11. Was passiert, wenn ich mich nach Einnahme einer Dosis übergeben muss? 12. Wie wirksam sind Notfallverhütungspillen? 13. Woher weiß ich, dass die von mir eingenommenen Notfallverhütungspillen auch wirken? 14. Wann sollte ich nach Einnahme von Notfallverhütungspillen zur frauenärztlichen Nachuntersuchung gehen? 15. Was ist, wenn die Notfallverhütungspillen versagen? 16. Darf ich schwanger bleiben, wenn die Notfallverhütungspillen versagt haben? 17. Wenn ich Notfallverhütungspillen eingenommen habe, bin ich dann bis zum Ende meines Zyklus geschützt? 18. Wie bald nach der Einnahme von Notfallverhütungspillen kann ich mit der Verhütungspille beginnen? 19. Kann ich die gleiche Pille (Marke), die ich zur Notfallverhütung benutzt habe, auch als regelmäßige Verhütungspille weiterbenutzen? 20. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden? 21. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden?

Antworten

1. Wann werden Notfallverhütungspillen typischerweise angewandt?
Im Prinzip können Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, die ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und kein Kind haben möchten, innerhalb von 72 Stunden danach eine Notfallverhütungsmethode anwenden. Denn: Notfallverhütung verringert die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ganz erheblich. Das Entscheidende dabei ist die Zeit! Je schneller Sie mit Notfallverhütung beginnen, um so besser ist die Verhütungswirkung. Wenn Sie zulange warten, kann eine Schwangerschaft eingetreten sein (mögliche Zeichen: Brustspannen, etwas gestörte oder ausbleibende Regel, Übelkeit). Dann wirkt Notfallverhütung nicht mehr.

2. Wie wende ich Notfallverhütungspillen an?

Schritt 1: Schlucken Sie die Dosis so bald wie möglich - aber nie später als 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Bei einer vom Arzt verordneten „Pille danach“ beachten Sie auch die Angaben in der Packungsbeilage.

"Pille danach" - Einnahmemöglichkeiten
Präparat innerhalb von 120 Stunden, aber so früh als möglich einnehmen
Levogynon® 2 Tabletten
unofem® 1 Tablette

Nehmen Sie keine weiteren Pillen (hormonelle Verhütungsmittel). Denn: Durch noch mehr Tabletten (mehr Hormonen) als empfohlen, wird die Notfallverhütung nicht wirksamer. Nur die Nebenwirkungen nehmen zu, wie Übelkeit, die sogar bis zum Erbrechen führen kann.

Ungefähr jeder zweiten Frau, die Notfallverhütungspillen genommen hat, wird vorübergehend übel. Meistens nicht besonders stark und nicht für lange - die Übelkeit sollte nach einem Tag wieder vorüber sein. Jede fünfte Frau (20%) muss erbrechen. Wenn Sie innerhalb der ersten zwei Stunden nach Einnahme eine Dosis erbrechen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Sie müssen nämlich die Einnahme wiederholen, damit die Notfallverhütung wirksam ist. Und eventuell ein Mittel gegen Übelkeit (Antiemetikum) einnehmen.
Achten Sie in den nächsten Wochen auf folgende Warnsignale, die auf Probleme durch die Notfallverhütungspillen hinweisen können. Wenn diese Beschwerden auftreten, gehen Sie zu Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt:
* Starke Bauchschmerzen;
* Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Husten;
* starke Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche;
* Augenprobleme (Sichteinschränkung, Schleier vor den Augen) oder Sprechschwierigkeiten;
* schwere Schmerzen in den Beinen (Ober-, Unterschenkel).
Natürlich sollten Sie auch auf frühe Zeichen von Schwangerschaftsbeschwerden achten (z.B. krampfartige, heftige Unterleibsschmerzen bei Eileiterschwangerschaft), besonders wenn sie vielleicht während des letzten Zyklus schwanger geworden sein könnten.

Schritt 2: Die Notfallverhütungspillen schützen nicht für den Rest des Zyklus vor Schwangerschaft. Sie müssen zusätzlich nicht-hormonelle Verhütungsmittel wie z.B. Kondome benutzen. Notfallverhütungspillen sind nur für Notfälle gedacht. Nicht zuletzt, weil sie nicht so wirksam sind wie andere Methoden der Geburtenkontrolle. Deshalb sollten Sie immer eine Verhütungsmethode benutzen, die zur regelmäßigen Anwendung taugt. Wenn Sie die Pille nach der Einnahme von Notfallverhütungspillen verwenden möchten, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen.

3. Ich war ziemlich betrunken, weswegen ich mich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnere, als ich ungeschützten Sex hatte. Kann ich trotzdem auch 76 oder 78 Stunden nachher noch Notfallverhütungspillen einnehmen?
In der Packungsbeilage ist die Einnahme innerhalb von 72 Stunden empfohlen. Allerdings ist die Wirksamkeit von Notfallverhütungspillen (wenn sie nur Levonorgestrel und kein Östrogen enthalten!) bis zu 120 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nachgewiesen. Je später die Einnahme erfolgt desto geringer wird aber die Wahrscheinlichkeit, eine Schwangerschaft zu verhüten!

4. Wie finde ich jemanden, der mir Notfallverhütungspillen verschreibt? Gibt es Ärzte, die mir die Präparate auch per Telefon verschreiben?
Wenden Sie sich zuerst an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt. Wenn diese/dieser sich mit Notfallverhütung auskennt, können Sie auch nach nur telefonischem Kontakt ein Rezept für Notfallverhütungspillen bekommen. Nicht zuletzt, da Ihre Krankenakte in der Praxis vorliegt und die Ärztin/der Arzt Ihre bisherige Krankengeschichte kennt.
Eine weitere Möglichkeit ist Ihr Hausarzt (sofern er sich mit Notfallverhütung auskennt) oder andere niedergelassene Frauenärzte. Viele Krankenhäuser haben frauenmedizinische Ambulanzen, die oft auch an Wochenenden oder Feiertagen geöffnet sind. Die dort arbeitenden Ärztinnen und Ärzte sollten sich eigentlich auch mit Notfallverhütung auskennen.
Über den Link Beratung gelangen Sie zu einem Verzeichnis von Beratungsstellen, bei denen Sie alle notwendigen Informationen zu Notfallverhütung bekommen werden.

5. Ist ein Schwangerschaftstest vor der Notfallverhütung notwendig?
Notfallverhütung funktioniert nicht, wenn bereits eine Schwangerschaft eingetreten ist. Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft und wird diese durch ein positives Schwangerschaftstest-Ergebnis bestätigt, sollten Sie keine Notfallverhütung mehr durchführen. Es gibt übrigens keine Hinweise dafür, dass Notfallverhütungspillen irgendwelche Geburtsfehler oder Missbildungen bei einer bestehenden Schwangerschaft verursachen.
Nach der Notfallverhütung sollte innerhalb der folgenden drei Wochen wieder eine Menstruationsblutung auftreten, sofern Sie nicht schwanger geworden sind. Während dieser Zeit müssen Sie zusätzlich mit nichthormonellen Mitteln wie Kondomen verhüten. Bleibt die Regelblutung länger aus, lassen Sie sich bitte ärztlich untersuchen (inkl. Schwangerschaftstest) und beraten.

6. Ich habe eine abgelaufene Pillen-Packung. Darf ich die noch als Notfallverhütungspillen verwenden?
Bevor Sie Verhütungspillen oder die „Pille danach“ nach Ablauf ihres Verfallsdatums als Notfallverhütungspillen verwenden, sollten sie zuerst Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt befragen. Das Verfallsdatum eines pharmazeutischen Produktes gibt das Ende der Haftungspflicht des Unternehmers an. Es bedeutet nicht, dass ab diesem Tag das Medikament unwirksam ist. Aus medizinischer Sicht sollten Sie ein Präparat verwenden, das noch nicht abgelaufen ist.

7. Ist Notfallverhütung auch mit Verhütungspillen möglich, die nicht in Liste aufgeführt sind?
In etwa der Hälfte aller Verhütungspillen sind genau die Hormone enthalten, die für Notfallverhütung geeignet sind. Allerdings hat keines dieser Produkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Zulassung zur Notfallverhütung. Sie sind nur für die tägliche, regelmäßige Verhütung zugelassen. Die von uns aufgeführten Produkte sind auch zur Notfallverhütung geeignet (siehe Liste). Es kann gut sein, dass es außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz Verhütungspillen gibt, mit denen ebenfalls Notfallverhütung möglich ist. Dies haben wir jedoch nicht untersucht. Es kann auch gut sein, dass demnächst neue Pillen bei uns erhältlich sein werden. Auch über deren Verwendung für Notfallverhütung können wir keine Aussage machen.

8. Warum steht nicht auf dem Beipackzettel der Verhütungspillen, ob und - wenn ja - wie mit ihnen Notfallverhütung möglich ist?
In einigen Staaten der Erde ist dies sehr wohl Vorschrift! Wir glauben, dass Pillen-Hersteller, Frauenärztinnen/-ärzte und Gesundheitsministerinnen/-minister das Problem wohl kennen. Doch erläuternde Hinweise zur Notfallverhütung bei allen von uns genannten Präparaten würde das Geheimnis um die Notfallverhütung endgültig lüften... Frauen würden dann noch klarer entscheiden, ob sie ein Kind möchten oder nicht... Nach US-amerikanischen und britischen Untersuchungen würden bei allgemein vorhandenem Wissen über Notfallverhütung nur noch halb so viele Abtreibungen durchgeführt wie zur Zeit (eine Abtreibung kostet bei uns ca. 400 Euro ohne Vor- und Nachuntersuchungen)...

9. Von einigen der Verhütungspillen sollen zur Notfallverhütung 50 Stück auf einen Schlag eingenommen werden. Sind überhaupt genügend in einer Packung?
Es handelt sich um einige der nur-gestagenhaltigen Minipillen. Tatsächlich sind in kleinen Packungen nicht genügend Pillen vorhanden, sehr wohl aber in den sog. N3-Packungen (3 Blister à 28 bzw. 35 Dragees).

10. Was kann ich tun, um Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen zu verringern oder zu verhindern?
Es gibt zahlreiche verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Manche Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen freiverkäufliche, rezeptfreie Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika). Oder sie verordnen rezeptpflichtige Medikamente, die zusammen mit jeder Dosis von Notfallverhütungspillen einzunehmen sind. Andere Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen die Einnahme von Medikamenten gegen Übelkeit nur bei der zweiten Dosis von Notfallverhütungspillen. Und dies auch nur dann, wenn es bei der ersten Dosis zu Übelkeit gekommen ist. Benötigen Sie frei verkäufliche Antiemetika, fragen Sie bitte Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker, ob das Mittel für Sie geeignet ist. Wenn nach der ersten Einnahme von Notfallverhütungspillen starke Magen-Darm-Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie zusätzliche Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) einnehmen oder die Einnahme der Notfallverhütungspillen abbrechen und sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten lassen.

11. Was passiert, wenn ich mich nach Einnahme einer Dosis übergeben muss?
Wenn Sie sich innerhalb der ersten zwei Stunden nach Einnahme von Notfallverhütungspillen erbrechen müssen, müssen Sie die gleiche Dosis Notfallverhütungspillen noch einmal einnehmen. Alternativ könnten Sie auch in Betracht ziehen, sich die Spirale einsetzen zu lassen. Erbrechen Sie mehr als zwei Stunden nach der Einnahme, benötigen Sie wahrscheinlich keine zusätzlichen Notfallverhütungspillen. Wenn Sie aber große Angst vor einer Schwangerschaft haben, können Sie trotzdem eine zusätzliche Dosis einnehmen.

12. Wie wirksam sind Notfallverhütungspillen?
Zehn Studien wurden genau daraufhin analysiert, um eine Antwort auf diese wichtige Frage zu bekommen. Unsere Schlussfolgerung: Notfallverhütungspillen senken das Schwangerschaftsrisiko um mindestens 75 %. Das bedeutet, dass Notfallverhütungspillen 75 % der Schwangerschaften verhindern, die ohne diese Verhütungsmaßnahme andernfalls eingetreten wären.

13. Woher weiß ich, dass die von mir eingenommenen Notfallverhütungspillen auch wirken?
Es gibt kein direktes äußeres Anzeichen dafür, dass Notfallverhütungspillen wirken. Die nächste Periode kann pünktlich einsetzen, vielleicht aber auch ein paar Tage früher oder später als üblich. Wenn die Periode nicht innerhalb drei Wochen beginnt, sollten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt aufsuchen, um sich untersuchen und evtl. einen Schwangerschaftstest machen zu lassen. Falls Sie glauben, schwanger zu sein, gehen Sie gleich zu Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt - unabhängig davon, ob Sie die Schwangerschaft weiterführen möchten oder nicht. Ein empfindlicher Schwangerschaftstest kann dann durchgeführt und ca. acht Tage nach einem ungeschützten Geschlechtverkehr ein eindeutiges Ergebnis liefern. Notfallverhütungspillen können keine ektopische Schwangerschaft (Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft) verhindern, dies sind medizinische Notfälle.

14. Wann sollte ich nach Einnahme von Notfallverhütungspillen zur frauenärztlichen Nachuntersuchung gehen?
Es ist ratsam, drei Wochen nach der Verwendung von Notfallverhütungspillen zur frauenärztlichen Nachuntersuchung zu gehen. Warten Sie nicht, bis irgendwelche gesundheitlichen Probleme auftreten. Falls die Periode früher als sonst einsetzt, sollten Sie auf Sex verzichten oder Barrieremethoden/spermizide Verhütungsmittel (Präservativ, Pessar, Diaphragma) anwenden, bis Sie wieder Ihre reguläre Verhütungsmethode einsetzen können.

15. Was ist, wenn die Notfallverhütungspillen versagen?
Falls die Notfallverhütung fehlgeschlagen ist, ist die gleiche Schwangerschafts-Beratung, medizinische Untersuchung und ärztliche Überweisung notwendig wie bei jeder Frau mit ungewollter Schwangerschaft. Eine der Möglichkeiten ist dann eine Abtreibung. Entscheiden Sie sich für das Austragen des Kindes, sollten Sie wissen, dass es noch keine wissenschaftlichen Langzeitstudien gibt, die das spezielle Risiko von Föten untersucht haben, nachdem Notfallverhütungspillen versagten. Klar ist aber: Es gibt tausende von Frauen, die trotz Verhütungspillen ungewollt schwanger wurden. Diese Frauen haben die Pille weiterhin eingenommen, bis sie die Schwangerschaft bemerkten. Vergleichsuntersuchungen haben gezeigt, dass die Pilleneinnahme kein erhöhtes Risiko für die Schwangerschaft bedeutete.

16. Darf ich schwanger bleiben, wenn die Notfallverhütungspillen versagt haben?
Es gibt keinen Beweis dafür, dass Notfallverhütungspillen das Risiko erhöhen, dass eine Frau ein Kind mit Geburtsfehler zur Welt bringt. Die Entscheidung, ob die Schwangerschaft fortgeführt wird, liegt bei Ihnen. Bitte diskutieren Sie die entsprechenden Möglichkeiten mit ihrer Frauenärztin/ihrem Frauenarzt.

17. Wenn ich Notfallverhütungspillen eingenommen habe, bin ich dann bis zum Ende meines Zyklus geschützt?
Nein! Sie können sich nicht auf die Notfallverhütungspillen als Schwangerschaftsschutz bis zum Ende eines Zyklus verlassen. Sie müssen entweder solange auf Sex verzichten oder eine ergänzende Verhütungsmethode (Kondom, Spermizid o.ä.) anwenden, bis sie wieder regulär verhüten.

18. Wie bald nach der Einnahme von Notfallverhütungspillen kann ich mit der Verhütungspille beginnen?
Wenn Sie vorher bereits die Verhütungspille als reguläre Verhütungsmethode benutzt haben, können Sie entweder
* zum Anfang Ihrer nächsten Periode wieder mit der Einnahme der Pille neu beginnen oder
* Sie setzen die Einnahme Ihrer Pille am Tag nach Einnahme der letzten Notfallverhütungspillen-Dosis mit der angebrochenen aktuellen Pillen-Packung weiter fort. Wenn Ihre Regelblutung beginnt, während Sie noch die Pille nehmen, starten Sie mit einer neuen Packung Ihrer Pille, wie Sie es auch sonst tun würden.
In beiden Fällen sollten Sie so lange auf Sex verzichten oder eine zusätzliche Verhütungsmethode (z.B. Kondom oder Spermizid) benutzen, bis Sie wieder eine Monatsblutung hatten und die ersten sieben Pillen aus der neuen Pillenpackung eingenommen haben.
Wenn Sie bislang noch keine Verhütungspille verwendet haben, sollten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt aufsuchen, um sich nach ausführlicher Untersuchung und Beratung ein Pillenrezept ausstellen zu lassen. Warten Sie bis zum Beginn Ihrer nächsten Periode und starten dann die Einnahme der Verhütungspille. Der genaue Zeitpunkt des Einnahmebeginns hängt von der entsprechenden Pillenmarke ab. Vom Ende der Notfallverhütung bis zum Zeitpunkt, an dem Sie die ersten sieben Pillen Ihrer neuen Pillenpackung eingenommen haben, sollten Sie auf Sex verzichten oder ein zusätzliches Verhütungsverfahren (Kondom, Spermizid o.ä.) benutzen.

19. Kann ich die gleiche Pille (Marke), die ich zur Notfallverhütung benutzt habe, auch als regelmäßige Verhütungspille weiterbenutzen?
Wenn Sie eines der beiden bei uns zur Notfallverhütung zugelassenen Präparate benutzt haben, geht dies nicht. Diese Präparate sind nicht zur normalen Verhütung zugelassen und außerdem für die normale Verwendung zu hoch dosiert. Sie sollten sich ärztlich untersuchen und beraten lassen, damit Ihre Ärztin/Ihr Arzt ein für Sie passendes, niedrig-dosiertes hormonelles Verhütungsmittel vorschlagen kann.
Wenn Sie jedoch eine der von uns vorgeschlagenen Verhütungspillen zur Notfallverhütung benutzt haben, können Sie diese natürlich auch als Verhütungspille für die tägliche Verwendung verwenden. Trotzdem benötigen Sie natürlich ein ärztliches Rezept, um das Präparat in der Apotheke kaufen zu können. Dieses wird nur nach frauenärztlicher Untersuchung und Beratung von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ausgestellt.

20. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden?
Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen sind unangenehm genug, um die meisten Frauen davon abzuhalten, diese Mittel regelmäßig zur Verhütung zu benutzen. Anstatt Notfallverhütungspillen regelmäßig einzunehmen, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt/Ihrer Beratungsstelle eine wirksame, aber nebenwirkungsärmere Methode zur regelmäßigen Verhütung besprechen. Der korrekte, regelmäßige Einsatz von individuell ausgewählten, für Sie passenden hormonellen Verhütungsmitteln ist weitaus sicherer als der wiederholte Gebrauch von Notfallverhütungspillen.

21. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden?
Mit Sicherheit nicht! Alle anderen, richtig angewandten Verhütungsmittel sind wirksamer als Notfallverhütungspillen. Und: Die Nebenwirkungen der Hormonmengen in Notfallverhütungspillen sind unangenehmer als die Nebenwirkungen der meisten anderen Verhütungsmittel.
Für Frauen, die nur selten Geschlechtsverkehr haben, sind die sog. Barrieremethoden recht gut geeignet. Also zum Beispiel: Kondome für Männer, Kondome für Frauen, Spermizide (Schaumovulum), Diaphragma, Pessar. Alle können bei Bedarf, d.h. bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet werden. Alle Methoden haben, wenn überhaupt, nur relativ wenig Nebenwirkungen. Allerdings: Sie müssen regelmäßig bei jedem Geschlechtsverkehr sorgfältig und genau angewendet werden. Die Verhütungspille kann ebenfalls eine Möglichkeit für Sie sein. Anders als die nur bedarfsabhängig einzusetzenden Barrieremethode müssen Verhütungspillen aber jeden Tag eingenommen werden. Allerdings bieten sie neben dem Schwangerschaftsschutz noch einige wichtige Vorteile. Sie verringern z.B. das Risiko von Gebärmutter- und Eierstockkrebs, vermindern Blutarmut und Krämpfe während der Regelblutung oder haben eine vorteilhafte Wirkung auf die Haut.



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Fragen zu Notfallverhütung- Nebenwirkungen

1. Welche Nebenwirkungen haben Notfallverhütungspillen? 2. Kann die „Pille danach“ die Periode länger als einen Zyklus stören? 3. Was kann ich tun, um Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen zu verringern oder zu verhindern? 4. Was passiert, wenn ich mich nach Einnahme einer Dosis übergeben muss?

Antworten

1. Welche Nebenwirkungen haben Notfallverhütungspillen?
Übelkeit und Erbrechen treten bei der Verwendung von Notfallverhütungspillen häufig auf: Übelkeit etwa bei der Hälfte der Frauen auf, Erbrechen bei ca. 20%. Bei manchen Frauen kommt es zu Spannungsgefühl in den Brüsten, Unterleibs- oder Kopfschmerzen. Diese Nebenwirkungen klingen zumeist einen Tag, spätestens aber zwei Tage nach Behandlungsende wieder ab.

2. Kann die „Pille danach“ die Periode länger als einen Zyklus stören?
Ja. Die 'Pille danach' kann gelegentlich zu Störungen der Periode führen, die sich aber spätestens nach drei Monaten normalisiert haben sollte.

3. Was kann ich tun, um Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen zu verringern oder zu verhindern?
Es gibt zahlreiche verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Manche Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen freiverkäufliche, rezeptfreie Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika). Oder sie verordnen rezeptpflichtige Medikamente, die zusammen mit jeder Dosis von Notfallverhütungspillen einzunehmen sind. Andere Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen die Einnahme von Medikamenten gegen Übelkeit nur bei der zweiten Dosis von Notfallverhütungspillen. Und dies auch nur dann, wenn es bei der ersten Dosis zu Übelkeit gekommen ist. Benötigen Sie frei verkäufliche Antiemetika, fragen Sie bitte Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker, ob das Mittel für Sie geeignet ist. Wenn nach der ersten Einnahme von Notfallverhütungspillen starke Magen-Darm-Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie zusätzliche Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) einnehmen oder die Einnahme der Notfallverhütungspillen abbrechen und sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten lassen.

4. Was passiert, wenn ich mich nach Einnahme einer Dosis übergeben muss?
Wenn Sie sich innerhalb der ersten zwei Stunden nach Einnahme von Notfallverhütungspillen erbrechen müssen, müssen Sie die gleiche Dosis Notfallverhütungspillen noch einmal einnehmen. Alternativ könnten Sie auch in Betracht ziehen, sich die Spirale einsetzen zu lassen. Erbrechen Sie mehr als zwei Stunden nach der Einnahme, benötigen Sie wahrscheinlich keine zusätzlichen Notfallverhütungspillen. Wenn Sie aber große Angst vor einer Schwangerschaft haben, können Sie trotzdem eine zusätzliche Dosis einnehmen.



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Fragen zu Notfallverhütung- Risiken und Risikogruppen

1. Wann sind Notfallverhütungspillen nicht empfehlenswert? 2. Darf ich auch dann Notfallverhütungspillen benutzen, wenn ich keine Verhütungspillen einnehmen soll? 3. Darf ich auch dann Notfallverhütungspillen einnehmen, wenn bei mir noch keine frauenärztliche Unterleibsuntersuchung oder noch kein Gebärmuttermund-Abstrich gemacht worden ist? Welche Untersuchungen sollten wenigstens gemacht werden, damit ich Notfallverhütungspillen verwenden darf? 4. Ich bin 25 Jahre alt und rauche täglich 2 Schachteln Zigaretten. Darf ich Notfallverhütungspillen benutzen? 5. Ich bin 38 Jahre alt und rauche täglich 2 Schachteln Zigaretten. Darf ich Notfallverhütungspillen benutzen? 6. Darf eine Frau, die eine Thrombophlebitis (ohne Embolie) gehabt hat, Notfallverhütungspillen nehmen? 7. Dürfen Frauen über 40 Notfallverhütungspillen verwenden? 8. Sind "Pille danach", normale Verhütungspillen als Notfallverhütungspillen und die Spirale zur Notfallverhütung legal? 9. Was ist, wenn ich keine Notfallverhütungspillen verwenden kann - gibt es andere Möglichkeiten? 10. Ist Notfallverhütung mit "normalen Pillen" gefährlicher als mit der "Pille danach"?

Antworten

1. Wann sind Notfallverhütungspillen nicht empfehlenswert?
Es ist nicht besonders sinnvoll, Notfallverhütungspillen zu benutzen, wenn Sie vor mehr als 72 Stunden ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten (und seitdem keinen weiteren ungeschützten Sex mehr hatten). Während der Stillzeit ist es ratsam, mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt über mögliche Folgen von Notfallverhütungspillen zu sprechen.
Bei bestimmten gesundheitlichen Problemen ist es ebenfalls nicht ratsam, Verhütungspillen zu nehmen, die Östrogen und Gestagen (Progesteron) enthalten. Beispiele: Frauen, die älter als 35 sind und rauchen; die schon einmal Brust- oder Unterleibskrebs hatten; die einen Schlaganfall hatten; die schon einmal Blutgerinnsel (Thromboembolie) in den Beinen oder der Lunge hatten; die schon einmal eine ernsthafte Erkrankung wie Diabetes, Leber-, Herz- oder Nierenerkrankungen hatten; die an schwerer Migräne oder Bluthochdruck leiden; oder die in den letzten drei Wochen ein Kind geboren haben, sollten vor der Einnahme von Notfallverhütungspillen mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt ausführlich über Risiken und Nutzen von Verhütungspillen sprechen. Die regelmäßige Verwendung von hormonellen Verhütungspillen kann ein unvertretbar hohes gesundheitliches Risiko für viele dieser Frauen sein.

2. Darf ich auch dann Notfallverhütungspillen benutzen, wenn ich keine Verhütungspillen einnehmen soll?
Es gibt Frauen, denen ihre Ärztin/Ihr Arzt empfohlen hat, z.B. keine östrogenhaltigen Pillen zu verwenden - sei es wegen einer Erkrankung, sei es wegen der Nebenwirkungen oder aus anderen Gründen. In den meisten Fällen ist aber trotzdem die Verwendung von Notfallverhütungspillen möglich. Sind Sie sich unsicher, befragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

3. Darf ich auch dann Notfallverhütungspillen einnehmen, wenn bei mir noch keine frauenärztliche Unterleibsuntersuchung oder noch kein Gebärmuttermund-Abstrich gemacht worden ist? Welche Untersuchungen sollten wenigstens gemacht werden, damit ich Notfallverhütungspillen verwenden darf?
Die Informationen, die eine Frauenärztin/ein Frauenarzt benötigt, um zu entscheiden, ob Sie Notfallverhütungspillen nehmen dürfen oder nicht, hängt vor allem von der sorgfältigen Erhebung Ihrer Krankengeschichte ab, nicht so sehr von einer Unterleibs-Routineuntersuchung. So wird z.B. eine Schwangerschaft erst nach 4 Wochen nach der letzten Regel bei der Unterleibsuntersuchung erkennbar. Diese Untersuchung wird der Ärztin/dem Arzt auch keine Informationen liefern, ob Sie Notfallverhütungspillen vertragen werden oder nicht. Nur wenn durch Befragung eine genaue Krankengeschichte erstellt wird, ist die Frauenärztin/der Frauenarzt in der Lage, diese Informationen zu erhalten und daraus Schlüsse zu ziehen.
Es gibt Situationen, in denen es durchaus angemessen ist, Notfallverhütungspillen ohne vorherige Unterleibsuntersuchung zu verwenden. Wenn Sie in der Vergangenheit Verhütungspillen ohne irgendwelche Komplikationen eingenommen haben, kann Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt auch telefonisch feststellen, dass bei Ihnen keine Einwände gegen die Einnahme von Notfallverhütungspillen gibt. Trotzdem: Die ärztliche Untersuchung einschließlich eines Abstrichs kann in jedem Fall - auch wenn es "nur" um die Verordnung einer Notfallverhütungspille oder einer Verhütungspille geht - krankhafte oder sogar bösartige Veränderungen im Unterleibsbereich frühzeitig aufdecken. Das gleiche gilt auch für die bei dieser Gelegenheit durchgeführte Brustuntersuchung. Erwägen Sie also im Interesse Ihrer Gesundheit diese durchaus sinnvollen Routineuntersuchungen beim Besuch in der Praxis Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt.

4. Ich bin 25 Jahre alt und rauche täglich 2 Schachteln Zigaretten. Darf ich Notfallverhütungspillen benutzen?
Obwohl die Kombination aus Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva und Rauchen medizinisch nicht empfehlenswert ist (erhöht die Neigung von Blutgerinnseln und Gefäßverstopfungen), ist bei Ihnen nichts gegen die Einnahme von Notfallverhütungspillen einzuwenden, wenn Sie sonst auch die Verhütungspille einnehmen. Trotzdem ist natürlich empfehlenswert, aus gesundheitlichen Gründen mit dem Rauchen aufzuhören.

5. Ich bin 38 Jahre alt und rauche täglich 2 Schachteln Zigaretten. Darf ich Notfallverhütungspillen benutzen?
Wenn Sie über 35 sind und Zigaretten rauchen, sollten Sie grundsätzlich keine Verhütungspillen (hormonelle Kontrazeptiva) verwenden. Zumindest nicht solche, die Östrogen enthalten. Solche Pillen erhöhen das Risiko von Thrombosen (Gefäßverschlüssen). Das gleiche gilt auch für kombinierte Notfallverhütungspillen (Pillen, die auch Östrogene enthalten). Sie sollten auf jeden Fall vor deren Anwendung eine Ärztin/einen Arzt zu Rate ziehen.

6. Darf eine Frau, die eine Thrombophlebitis (ohne Embolie) gehabt hat, Notfallverhütungspillen nehmen?
Dies ist eindeutig eine medizinische Situation, die Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt besprechen müssen. Es gibt Fälle, in denen Frauen, die mal eine Thrombophlebitis (entzündete Venen) gehabt haben, Notfallverhütungspillen als Verhütungsoption angeboten werden können. Der Einsatz der Notfallverhütungsspirale dürfte aber oft eine bessere Wahl sein. Oder der Gebrauch einer Notfallverhütungspille, die nur Gestagen (Progesteron) enthält.

7. Dürfen Frauen über 40 Notfallverhütungspillen verwenden?
Das ist möglich, aber nur, wenn sie nicht rauchen.

8. Sind "Pille danach", normale Verhütungspillen als Notfallverhütungspillen und die Spirale zur Notfallverhütung legal?
Ja. Wenn ein Medikament erst einmal alle für die Zulassung notwendigen Tests absolviert hat und von den zentralen Gesundheitsbehörden zugelassen worden ist, darf es im Rahmen der zugelassenen Anwendungen von Ärzten verordnet, von Apotheken vertrieben und Kundinnen verwendet werden. Dies gilt absolut für die "Pille danach", die ausschließlich zur Notfallverhütung zugelassen ist. Dies gilt aber auch für die normalen Verhütungspillen, die zur normalen hormonellen Verhütung zugelassen sind.
Zusätzlich dürfen Medikamente im Rahmen der ärztlichen Behandlungsfreiheit auch eingesetzt werden, um andere gesundheitliche/medizinische Zwecke zu erreichen. So verordnen Frauenärztinnen und Frauenärzte gerne bestimmte Verhütungspillen an Frauen mit schweren Akneproblemen (wenn sie verhüten möchten). Oder zur Regulierung der Monatsblutung, um Krämpfe vor Beginn der Regel zu vermindern oder das Wiederauftreten von Zysten in der Brust zu verhindern. Bestimmte normale Verhütungspillen auch zur Notfallverhütung einzusetzen ist ebenfalls eine erlaubte Möglichkeit. Die Pille wird so auch über den eigentlichen Anwendungszweck hinaus für einen äußerst sinnvollen Zweck eingesetzt. Diese Anwendung ist in vielen gynäkologischen Praxen, Ambulanzen oder Krankenhäusern alltäglich. Die Verwendung von bestimmten normalen Pillen zur Notfallverhütung ist also legal. Trotzdem möchten sich manche Ärztinnen oder Ärzte absichern, dass die jeweilige Frau die Gebrauchsanleitung für die Notfallverhütungspillen und die damit verbundenen Risiken deutlich versteht. Deshalb legen sie eine Einwilligungserklärung vor. In solchen Fällen werden Frauenärztin oder Frauenarzt kein Rezept ausstellen, ohne dass diese Erklärung unterschrieben wurde. Da es hierfür aber keine gesetzlichen Regelungen gibt, werden andere Ärzte Notfallverhütungspillen auch ohne Einverständniserklärung verordnen.

9. Was ist, wenn ich keine Notfallverhütungspillen verwenden kann - gibt es andere Möglichkeiten?
Frauen, die das Östrogen in kombinierten Verhütungspillen (Pillen, die sowohl Östrogene als auch Progesteron enthalten) bei regelmäßiger Einnahme als Verhütungsmittel nicht vertragen, können durchaus Notfallverhütungspillen verwenden, da die Behandlung ja nur sehr kurz dauert. Beispiel: Eine Patientin mit der Verhütungspillen-Nebenwirkung Depression wird vermutlich keine Probleme bekommen, wenn sie nur zwei Dosen Notfallverhütungspillen nimmt.
Für Frauen, die kombinierte Verhütungspillen auf keinen Fall verwenden können, gibt es geeignetere, alternative hormonelle Behandlungen - nämlich Pillen, die keine Östrogene enthalten (z.B. duofem® oder entsprechende Mengen von Minipillen). Auch der Notfalleinsatz einer Spirale könnte für diese Frauen in Frage kommen.

10. Ist Notfallverhütung mit "normalen Pillen" gefährlicher als mit der "Pille danach"?
Nein, Notfallverhütung mit "normalen Pillen" ist nicht gefährlicher als Notfallverhütung mit der "Pille danach". Viele "normale Pille" enthält genau die gleichen Hormone wie die "Pille danach", allerdings in kleinerer Menge. Ob man nun die „Pille danach“ nimmt oder die entsprechende Menge an "normalen Pillen", macht keinen Unterschied: Die Menge der aufgenommenen Hormone ist gleich.



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Notfallverhütung mit der "Spirale danach"

1. Wo bekomme ich Informationen zur Notfallverhütung mit der Spirale?

1. Wo bekomme ich Informationen zur Notfallverhütung mit der Spirale?
Wenden Sie sich am besten zuerst an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt oder an andere niedergelassene Frauenärzte. Viele Krankenhäuser haben gynäkologische Ambulanzen, die oft auch an Wochenenden oder Feiertagen geöffnet sind. Die dort arbeitenden Ärztinnen und Ärzte sollten sich eigentlich auch mit Notfallverhütung auskennen und Sie beraten können. Über den Link Beratung gelangen Sie zudem zu einem Verzeichnis von Beratungsstellen. Dort liegen alle notwendigen Informationen zu Notfallverhütung auch mit der Spirale vor.



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Verhütung

1. Ich habe mich übergeben, kurz nachdem ich meine Pille eingenommen habe. Was soll ich tun? 2. Ich habe meine Pille einige Stunden zu spät eingenommen. Bin ich trotzdem vor einer Schwangerschaft geschützt? 3. Eigentlich verwende ich die Verhütungspille zur Verhütung, habe aber in diesem Zyklus einige nicht eingenommen. Sollte ich Notfallverhütung anwenden? 4. Ich habe nach einer längeren Pause wieder begonnen, die Pille zu nehmen. Ich nehme sie jetzt seit drei Wochen. Ab wann bin ich denn vor einer Schwangerschaft geschützt? 5. Ich habe eine Frage zur Kupferspirale: Ab wann nach dem Einsetzen wirkt sie? Muss man erst bis zur Nachkontrolle nach ca. 14 Tagen warten, um ganz sicher zu gehen?

Antworten

1. Ich habe mich übergeben, kurz nachdem ich meine Pille eingenommen habe. Was soll ich tun?
Die Pillen-Hormone werden recht schnell in den Körper aufgenommen. Normalerweise reichen zwei bis drei Stunden aus, damit die Hormone vom Darm aufgenommen worden sind.
* Wenn Sie innerhalb von 2 Stunden nach Einnahme der Pille erbrechen müssen, nehmen Sie - sobald es Ihnen besser geht - eine andere Pille aus einer separaten Pillenpackung. Achten Sie darauf, für solche Situationen immer Reservepillen zu haben.
* Wenn Sie länger als 24 Stunden schweren Durchfall oder Erbrechen haben, nehmen Sie die Pille weiter regelmäßig ein. Solange Sie krank sind und für 7 Tage nachher, sollten Sie Reserveverhütungsmaßnahmen (z.B. Kondome) verwenden oder auf Sex verzichten.

2. Ich habe meine Pille einige Stunden zu spät eingenommen. Bin ich trotzdem vor einer Schwangerschaft geschützt?
Wird die vergessene Pille nicht mehr als 12 Stunden verspätet eingenommen, bleibt der Schutz bestehen, wenn die nächste Pille zum üblichen Einnahmezeitpunkt eingenommen wird. Wenn die Verspätung größer ist, verwenden Sie sicherheitshalber zusätzliche Verhütungsmittel (z.B. Kondome) für die folgenden 7 Tage.

3. Eigentlich verwende ich die Verhütungspille zur Verhütung, habe aber in diesem Zyklus einige nicht eingenommen. Sollte ich Notfallverhütung anwenden?
Es kommt darauf an, welche Pillen ihres Zyklus Sie nicht eingenommen haben.
Sie nehmen nur die ersten 21 Tage Ihres Zyklus hormonhaltige Tabletten ein. Danach haben Sie 7 Tage Pillenpause. Wenn Ihre Pillenmarke 28 Tabletten hat, dann enthalten die letzten 7 Tabletten keine Hormone, sondern sind nur dazu da, dass Sie nicht aus Ihrem Einnahmerhythmus kommen.
Wenn Sie nun vergessen, diese 7 Tabletten einzunehmen, spielt das keine Rolle. Wenn Sie aber acht Tage oder länger nun keine hormonhaltigen Tabletten eingenommen haben, sollten Sie über Notfallverhütung nachdenken. Das kann passieren, wenn Sie die Pille am Ende Ihrer Packung ausgelassen haben oder die neue Packung verspätet begonnen haben. Etwas anderes ist es, wenn Sie Pillen aus der Mitte der Packung ausgelassen haben. Für eine Frau, die ihre Pille ganz regelmäßig einnimmt, ist in diesem Fall die Möglichkeit einer Schwangerschaft sehr gering, Entscheidungen in allen anderen Situationen sind weniger klar; eine Notfallverhütung könnte sinnvoll sein, wenn mehr als eine Pille am Anfang oder mehr als drei Pillen aus der Mitte der Packung ausgelassen wurden. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten. Wenn Sie unsicher sind und sich große Sorgen machen, schwanger zu werden, nutzen Sie die Möglichkeiten der Notfallverhütung.

4. Ich habe nach einer längeren Pause wieder begonnen, die Pille zu nehmen. Ich nehme sie jetzt seit drei Wochen. Ab wann bin ich denn vor einer Schwangerschaft geschützt?
Einige Experten empfehlen, in der ersten Einnahmewoche (Pille 1-7) zusätzlich zu verhüten, z.B. mit Kondomen. Andere wiederum sagen, der Schutz besteht vom ersten Einnahmetag an. Nach dreiwöchiger Einnahme, wie bei Ihnen, besteht vollständiger Schutz. Informationen darüber müssen auch in der Packungsbeilage ihrer Pille stehen.

5. Ich habe eine Frage zur Kupferspirale: Ab wann nach dem Einsetzen wirkt sie? Muss man erst bis zur Nachkontrolle nach ca. 14 Tagen warten, um ganz sicher zu gehen?
Es kann passieren, dass eine Spirale am Anfang des Tragens wieder ausgestoßen wird, manchmal auch unbemerkt. Deswegen unser Rat: Benutzen Sie Kondome oder andere Verhütungsmittel, bis Ihre Ärztin/Ihr Arzt den korrekten Sitz Ihrer Spirale überprüft hat. Ansonsten gilt: Wenn die Spirale korrekt sitzt, wirkt sie praktisch sofort verhütend.



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(Ungeschützter) Sex und Schwangerschaftswahrscheinlichkeit

1. Wie groß ist das Risiko schwanger zu werden? 2. Gibt es Tage im Menstruationszyklus, an denen das Schwangerschaftsrisiko Null ist? 3. Wie wahrscheinlich ist es, wenn ich letzte Nacht ungeschützten Geschlechtsverkehrt hatte und meine letzte Regel drei Tage zurück liegt, dass ich nun schwanger werde? 4. Was ist, wenn ich vor 7 Tagen und gestern noch mal ungeschützten Sex hatte? 5. Ich war ziemlich betrunken, weswegen ich mich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnere, als ich ungeschützten Sex hatte. Kann ich trotzdem auch 76 oder 78 Stunden nachher noch Notfallverhütungspillen einnehmen? 6. Wie häufig ist ungeschützter Geschlechtsverkehr? 7. Wie lange nach dem Eisprung kann die weibliche Eizelle überleben? 8. Wie lange bleiben männliche Samenzellen nach einer Ejakulation befruchtungsfähig? 9. Wie bald schlägt ein Schwangerschaftstest nach einer möglichen Befruchtung an? 10. Sind Schwangerschaftstests für zu Hause verlässlich? 11. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden? 12. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden?

Antworten

1. Wie groß ist das Risiko schwanger zu werden?
Das Schwangerschaftsrisiko hängt vom Tag des Menstruationszyklus ab, an dem der ungeschützte Geschlechtsverkehr stattfindet. Das Schwangerschaftsrisiko ist während der drei Tage vor dem Eisprung und am Tag des Eisprungs selbst am höchsten. Während dieser vier Tage führt ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer Wahrscheinlichkeit von 9 bis 26% zu einer Schwangerschaft. Auch am vierten Tag vor und an den beiden Tagen nach dem Eisprung ist das Schwangerschaftsrisiko mit 5 bis 11% noch ziemlich hoch. An den anderen Tagen ist das Schwangerschaftsrisiko gering, doch: Null ist es nie. Also: Ungeschützter Sex kann immer zu einer Schwangerschaft führen!

2. Gibt es Tage im Menstruationszyklus, an denen das Schwangerschaftsrisiko Null ist?
Nein! Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist rund um den Eisprung am höchsten, jedoch ist es unmöglich, absolut sicher den Zeitpunkt des Eisprungs festzustellen. Einige Frauen denken, sie können bei ungeschütztem Sex während der Regelblutung nicht schwanger werden. Aber selbst dann besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Auch können Blutungen oder Schmierblutungen in der Mitte des Zyklus auftreten - also dann, wenn es am wahrscheinlichsten zum Eisprung kommt. Eine Frau könnte fälschlich annehmen, dies sei eine 'sichere' Regelblutung, während es in Wirklichkeit die Phase der höchsten Fruchtbarkeit ist. Also: Zu jedem Zeitpunkt im Menstruationszyklus kann ungeschützter Geschlechtsverkehr zur Schwangerschaft führen!

3. Wie wahrscheinlich ist es, wenn ich letzte Nacht ungeschützten Geschlechtsverkehrt hatte und meine letzte Regel drei Tage zurück liegt, dass ich nun schwanger werde?
Oft werden uns Fragen nach der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft gestellt. Diese Fragen sind schwer zu beantworten. Zwar ist die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit in der Zeit um den Eisprung am größten. Entscheidend ist aber: Null ist sie nie! Wenn Sie nicht schwanger werden wollen, denken Sie nach einer Verhütungspanne an Notfallverhütung. Damit können Sie eine Schwangerschaft in den meisten Fällen verhindern. Stellen Sie sich eine mögliche Alternative vor: Absolut ungewollte Schwangerschaft mit Abtreibung...!?

4. Was ist, wenn ich vor 7 Tagen und gestern noch mal ungeschützten Sex hatte?
Falls eine Schwangerschaft durch den ersten ungeschützten Geschlechtsverkehr eingetreten ist, kommt die Notfallverhütung zu spät. Eine befruchtete Eizelle könnte sich schon in der Gebärmutter eingenistet haben. Allerdings könnte auch erst der zweite ungeschützte Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führen. Dann würden Notfallverhütungspillen die Möglichkeit einer Schwangerschaft sehr stark verringern. Allerdings gibt es keine exakte Möglichkeit, zu diesem Zeitpunkt festzustellen, welcher Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft geführt hat.
Wenn Sie sich sowieso für eine Abtreibung entscheiden würden, sind Notfallverhütungspillen eine vernünftige Möglichkeit. Wenn Sie nicht abtreiben wollen, überlegen Sie folgendes: Welche Vorteile hat es für Sie, eine Schwangerschaft zu verhüten. Und welchen möglichen Risiken kann der Fötus durch die Hormone der Notfallverhütungspillen unterliegen, falls Sie trotzdem schwanger geworden sind (es gibt übrigens keine Hinweise dafür, dass Notfallverhütungspillen irgendwelche Geburtsfehler oder Missbildungen verursachen). Besprechen Sie trotzdem alle denkbaren Vor- und Nachteile mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
Die Entscheidung für die Notfallverhütungspillen hängt deshalb vor allem davon ab, wie wahrscheinlich eine Schwangerschaft eingetreten ist und wie endgültig Sie eine Schwangerschaft verhindern wollen. Folgende Aspekte sollten auch berücksichtigt werden: *Haben Sie irgendwelche Gesundheitsprobleme, wegen der sie keine Hormone in Notfallverhütungspillen nehmen sollten?
*Wäre eine andere Notfallverhütungsoption besser, z.B. der Einsatz einer Spirale oder die nur gestagenhaltige "Pille danach"?
*Was würden Sie tun, wenn Sie schwanger werden, obwohl Sie zuvor Notfallverhütungspillen genommen haben?

5. Ich war ziemlich betrunken, weswegen ich mich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnere, als ich ungeschützten Sex hatte. Kann ich trotzdem auch 76 oder 78 Stunden nachher noch Notfallverhütungspillen einnehmen?
In der Packungsbeilage ist die Einnahme innerhalb von 72 Stunden empfohlen. Allerdings ist die Wirksamkeit von Notfallverhütungspillen (wenn sie nur Levonorgestrel und kein Östrogen enthalten!) bis zu 120 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nachgewiesen. Je später die Einnahme erfolgt desto geringer wird aber die Wahrscheinlichkeit, eine Schwangerschaft zu verhüten!

6. Wie häufig ist ungeschützter Geschlechtsverkehr?
Etwa 10 Prozent aller fruchtbaren Frauen im Alter zwischen 15 und 40 benutzen keinerlei Verhütungsmittel, wie Untersuchungen zeigen. Bei diesen Frauen tritt die Hälfte aller unerwünschten Schwangerschaften auf.
Die andere Hälfte der unerwünschten Schwangerschaften tritt bei Frauen auf, die Verhütungsmittel verwenden. Meistens, weil die gewählte Verhütungsmethode nicht regelmäßig und/oder korrekt angewendet wird.

7. Wie lange nach dem Eisprung kann die weibliche Eizelle überleben?
Ist eine Eizelle aus dem Eierstock "gesprungen" (herausgelöst), kann sie in einem Zeitraum von 12 bis 24 Stunden befruchtet werden.

8. Wie lange bleiben männliche Samenzellen nach einer Ejakulation befruchtungsfähig?
Spermien können für 6 bis 7 Tage weibliche Eizellen befruchten, wenn die Ejakulation in der Scheide stattgefunden hat. Wichtig: Auch Samenzellen, die außerhalb der Vagina freigesetzt wurden, können gelegentlich zu einer Schwangerschaft führen. Obwohl Spermien im Freien nicht lange überleben, sollte bei fehlender Verhütung jeder Kontakt der Scheide mit dem Penis vermieden werden.

9. Wie bald schlägt ein Schwangerschaftstest nach einer möglichen Befruchtung an?
Ein empfindlicher Schwangerschaftstest zeigt eine Schwangerschaft etwa 8 Tage nach der Befruchtung an. Zu dieser Zeit produziert die Plazenta genügend von dem Schwangerschaftshormon HCG (human chorionic gonadotropine; menschliches Choriongonadotropin-Hormon), so dass dieses in Blut oder Urin sicher nachgewiesen werden kann. (Empfindliche Tests können HCG-Konzentrationen ab 25 mU/ml nachweisen.) Weniger empfindliche Tests, z.B. bestimmte Urin-Tests, wie sie noch in einigen Kliniken verwendet werden, zeigen eine Schwangerschaft erst 10-14 Tage nach der Befruchtung an.

10. Sind Schwangerschaftstests für zu Hause verlässlich?
Ja und nein. Die Tests für zu Hause sind im Prinzip die gleichen, wie sie auch in Praxen und Kliniken verwendet werden. Wenn sie ganz genau nach Vorschrift durchgeführt werden, sind die Testergebnisse sehr zuverlässig. Leider sind die Gebrauchsanweisungen der Tests jedoch oft kompliziert. Ein Test, der z.B. zu früh durchgeführt wird, kann keine Schwangerschaft anzeigen.
Wenn der Test eine Schwangerschaft anzeigt ("positives Ergebnis"), sollten Sie umgehend in eine Praxis oder Klinik gehen, um dieses Ergebnis ärztlich bestätigen zu lassen. Dort erhalten Sie die angemessene Beratung und Schwangerschaftshinweise. Positive Testergebnisse sind zumeist korrekt. Wenn der Test keine Schwangerschaft meldet ("negatives Ergebnis") und die nächste Periodenblutung immer noch ausbleibt oder weiterhin die Möglichkeit einer Schwangerschaft vermutet wird, kann der Test eine Woche später wiederholt werden - zu Hause, in der Arztpraxis oder der Ambulanz eines Krankenhauses. Sog. "falsch negative" Testergebnisse (=Anzeige keiner Schwangerschaft, obwohl eine vorhanden ist) sind nicht ganz selten. Sog. "falsch positive" Testergebnisse (=Anzeige einer Schwangerschaft, obwohl keine vorhanden ist) sind hingegen ziemlich selten.

11. Kann ich Notfallverhütungspillen regelmäßig anstelle regelmäßiger Einnahme einer Verhütungspille verwenden?
Übelkeit und Erbrechen durch Notfallverhütungspillen sind unangenehm genug, um die meisten Frauen davon abzuhalten, diese Mittel regelmäßig zur Verhütung zu benutzen. Anstatt Notfallverhütungspillen regelmäßig einzunehmen, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt/Ihrer Beratungsstelle eine wirksame, aber nebenwirkungsärmere Methode zur regelmäßigen Verhütung besprechen. Der korrekte, regelmäßige Einsatz von individuell ausgewählten, für Sie passenden hormonellen Verhütungsmitteln ist weitaus sicherer als der wiederholte Gebrauch von Notfallverhütungspillen.

12. Wenn ich nur sehr unregelmäßig Sex habe, ist es dann nicht besser, Notfallverhütungspillen anstatt anderer Verhütungsmethoden anzuwenden?
Mit Sicherheit nicht! Alle anderen, richtig angewandten Verhütungsmittel sind wirksamer als Notfallverhütungspillen. Und: Die Nebenwirkungen der Hormonmengen in Notfallverhütungspillen sind unangenehmer als die Nebenwirkungen der meisten anderen Verhütungsmittel.
Für Frauen, die nur selten Geschlechtsverkehr haben, sind die sog. Barrieremethoden recht gut geeignet. Also zum Beispiel: Kondome für Männer, Kondome für Frauen, Spermizide (Schaumovulum), Diaphragma, Pessar. Alle können bei Bedarf, d.h. bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet werden. Alle Methoden haben, wenn überhaupt, nur relativ wenig Nebenwirkungen. Allerdings: Sie müssen regelmäßig bei jedem Geschlechtsverkehr sorgfältig und genau angewendet werden. Die Verhütungspille kann ebenfalls eine Möglichkeit für Sie sein. Anders als die nur bedarfsabhängig einzusetzenden Barrieremethoden müssen Verhütungspillen aber jeden Tag eingenommen werden. Allerdings bieten sie neben dem Schwangerschaftsschutz noch einige wichtige Vorteile. Sie verringern z.B. das Risiko von Gebärmutter- und Eierstockkrebs, vermindern Blutarmut und Krämpfe während der Regelblutung oder haben eine vorteilhafte Wirkung auf die Haut.

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[© 2011 multi MED vision GbR]




Alle Angaben zur Notfall-Verhütung mit der ‚Pille danach’, der ‚Spirale danach’ oder dafür ‚geeigneten normalen Pillen’ beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Achtung: Keine Notfall-Verhütungsmethode ist 100prozentig sicher! Bitte wenden Sie sich deshalb nach Möglichkeit immer an Ärztinnen / Ärzte (für Frauenheilkunde) in einer Praxis, Klinik oder einer Beratungsstelle.