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Glossar

Abstinenz/Enthaltsamkeit Sich dafür entscheiden, keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Im Zusammenhang mit Verhütung bedeutet Abstinenz aber meistens nur die Vermeidung der Penetration, also der Einführung des Penis in die Scheide.

Androgene Androgene sind Hormone wie das Testosteron, die für die charakteristischen männlichen Merkmale verantwortlich sind. Auch Frauen produzieren geringe Mengen Androgene.

Befruchtung Der Prozess, bei dem ein männliches Spermium (Samenzelle) in eine weibliche Eizelle eindringt und sich mit ihr vereinigt. Die Befruchtung findet normalerweise im Eileiter der Frau statt. Eine befruchtete Eizelle nistet sich ungefähr fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung in der Gebärmutterschleimhaut ein.

Eierstöcke Die Organe, in denen sich die weiblichen Eizellen befinden, in denen diese heranreifen und sie schließlich freisetzen (Eisprung). Die Eierstöcke sind auch die Hauptquelle der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Nach den Wechseljahren wird die Hormonproduktion vermindert, Eizellen werden nicht mehr freigesetzt und die Eierstöcke werden kleiner.

Einnistung Prozess, bei dem sich eine befruchtete Eizelle mit der Gebärmutterschleimhaut verbindet ("verwächst"). Die Einnistung passiert etwa fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung. Mit der Einnistung beginnt die Schwangerschaft.

Eisprung Die Freisetzung einer Eizelle (Ovum) aus den Eierstöcken während des Menstruationszyklus. Der Eisprung findet normalerweise um die Mitte des Monatszyklus herum statt, also ca. 14 Tage vor Beginn der Periode. Eine Befruchtung ist am wahrscheinlichsten, wenn der Geschlechtsverkehr am Tag des Eisprunges oder an den drei Tagen vor dem Eisprung stattfindet.

empfängnisverhütende Mittel Sammelbezeichnung für alle Methoden und Techniken zur Schwangerschaftsverhütung. Diese verhindern das Heranreifen von befruchtungsfähigen Eizellen, deren Befruchtung durch männliche Samenzellen oder die Einnistung in die Schleimhaut der Gebärmutter. Beispiele für empfängnisverhütende Methoden sind Antibabypillen, Spiralen, Kondome oder Hormon-Implantate. Alle funktionieren auf eine andere Art, um Schwangerschaften zu verhindern. Alle empfängnisverhütenden Methoden und Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. Keine bietet 100%ige Sicherheit. Am sichersten ist entweder völlige Abstinenz (Verzicht auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr) oder die modernen hormonellen Kontrazeptiva ("Pillen").

Gebärmutterhals Der untere Teil der Gebärmutter, der in den oberen Teil der Vagina hineinreicht. Es gibt eine kleine Öffnung in der Mitte des Gebärmutterhalses, die die Vagina mit der Gebärmutter verbindet. Für einen Abstrich (zur Krebsfrüherkennung) werden Zellen aus dem Gebärmutterhals entnommen. Die Spermien bewegen sich durch die Öffnung im Gebärmutterhals, um die Gebärmutter und den Eileiter zu erreichen und eine Eizelle zu befruchten. Der Gebärmutterhals ist sehr elastisch und die Öffnung weitet sich während der Wehen, damit das Baby hindurch gelangen kann.

Gestagene Weibliche Sexualhormone, die vor allem in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus aus den Eierstöcken ausgeschüttet werden und für die Vorbereitung und Erhaltung einer Schwangerschaft wichtig sind. Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron. Es wird vom Gelbkörper produziert und unterstützt in der Frühschwangerschaft die Einnistung und das Wachstum des Embryos. Im Laufe der Schwangerschaft ersetzt die Plazenta die Hormonproduktion des Gelbkörpers vollständig. Synthetisches Gestagen wird auch zur Behandlung von Zyklusstörungen und zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Die Wirkungen von Gestagenen entstehen überwiegend aufgrund des Zusammenspiels mit Östrogenen.

Hormone Chemische Signalstoffe, die über das Blut Informationen von Organ zu Organ, von Organ zu Zelle oder von Zelle zu Zelle übertragen. Hormone werden in Drüsen gebildet. Das weibliche Fortpflanzungssystem wird bestimmt von den zwei wichtigsten weiblichen Hormonen Östrogen und Gestagen. Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon, es kommt aber auch bei Frauen vor.

Intrauterinpessar/Spirale Ein flexibles Gebilde, das in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird. Spiralen funktionieren auf verschiedene Art, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Sie bestehen meist aus Kunststoff. Manche Spiralen setzen kleine Mengen Kupfer oder Silber, andere die Hormone Gestagen oder Levonorgestrel frei.

Menstruation Das Abstoßen der Gebärmuterschleimhaut am Anfang eines jeden Menstruationszyklus, wenn keine Schwangerschaft auftritt. Die erste Periode tritt etwa im Alter von 12 Jahren auf, die letzte im Alter von ca. 50 Jahren. Jedoch gibt es große Abweichungen sowohl beim Alter, in dem Frauen ihre erste Periode bekommen (Menarche), als auch beim Alter, in dem die Periode aufhört (Menopause). Der durchschnittliche Zyklus dauert 28 Tage, aber auch bei der Länge des Zyklus gibt es eine große Abweichungen.

Notfallverhütung Alle Methoden zur Schwangerschaftsverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Zu den empfängnisverhütenden Mitteln gehören Notfallverhütungspillen (vielen bekannt als "Die Pille danach"), der Einsatz einer Spirale nach dem Geschlechtsverkehr oder höher dosierte normale Antibabypillen (die zur Notfallverhütung geeignet sind). Obwohl diese Behandlung im allgemeinen als "am-Morgen-danach-Behandlung" bezeichnet wird, ist der Ausdruck irreführend; Notfallverhütung kann sofort nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, am Morgen danach und für einen kurzen Zeitraum danach angewandt werden (maximal aber 72 Stunden). Für den Rest des Zyklus muss auf Sex verzichtet oder eine zusätzliche Verhütungsmethode (z.B. Kondome oder Spermizide) benutzt werden.

Notfallverhütungspillen Diese Pillen bestehen aus den gleichen Hormonen wie Antibabypillen, aber in höherer Dosierung. Wenn die Einnahme vorschriftsmäßig innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt, so verhütet diese Methode eine Schwangerschaft, indem sie den Prozess der Befruchtung unterbricht und/oder es einer befruchteten Eizelle unmöglich macht, sich in der Gebärmutter einzunisten. Wir beziehen uns nur auf Notfallverhütungspillen, die wie normale Kombinations-Antibabypillen sowohl Östrogen als auch Gestagene enthalten, oder wie die Minipillen nur Gestagene.

Östrogene Die wichtigste Gruppe weiblicher Sexualhormone. Östrogene werden auf natürliche Weise von der Frau produziert (hauptsächlich in den Eierstöcken, aber auch in der Nebennierenrinde oder dem Fettgewebe) oder können künstlich hergestellt werden. Auch Männer produzieren Östrogen, so wie Frauen auch Androgene (Testosteron) produzieren. Zu den natürlichen Funktionen gehört: Östrogene regen das Wachstum der weiblichen Sexualorgane und die Ausbildung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale an. Sie steuern den Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation und schaffen damit die Voraussetzung für die Einnistung der befruchteten Eizelle (Menstruationszyklus). Sie sind an der Regulation des Eiweißaufbaus beteiligt und steigern die Libido.

postkoital lat. nach (post) dem Geschlechtsverkehr (Koitus). Im Rahmen dieser Internetseite bezieht sich der Ausdruck "postkoital" auf die Zeit im Anschluss an heterosexuellen Vaginalverkehr.

Progesteron Das wichtigste der natürlichen Gestagene. Ein Hormon, das für die Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus verantwortlich ist. Diese Veränderungen bereiten die Gebärmutter auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Während der Schwangerschaft führt das Progesteron zu der Entwicklung der Plazenta und zu Veränderungen in der Brust, die die Produktion von Muttermilch ermöglichen.

Schwangerschaft Zustand, nachdem sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einer Frau eingenistet hat. Eine Schwangerschaft erfolgt etwa fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung einer Eizelle mit Sperma.

Schwangerschaftsabbruch (Abort)/Abtreibung Bei einem Schwangerschaftsabbruch (Abort) wird der sich entwickelnde Embryo aus der Gebärmutter entfernt. Aborte passieren zumeist auf völlig natürlichem Weg und werden dann Fehlgeburten genannt, z.B. weil der Fötus schwere Erbgutschäden hat. Eingeleitete Abbrüche sind freiwillige Schwangerschaftsabbrüche, die bei uns seit der Liberalisierung des Abtreibungsrechtes fast nur noch von Ärztinnen/Ärzten durchgeführt werden.

ungeschützter Geschlechtsverkehr Sexueller Verkehr, bei dem kein Schutz vor einer - ungeplanten oder ungewollten - Schwangerschaft und vor sexuell übertragbaren Krankheiten gegeben ist, also keinerlei Verhütungsmaßnahme verwendet werden.

Unterleibsentzündung Eine Infektion des oberen weiblichen Genitaltraktes. Sie kann durch sexuell übertragbare Krankheiten wie eine Chlamydieninfektion oder Gonorrhö verursacht werden. Dadurch kann es zu bleibender Vernarbung oder Blockierung der Eileiter kommen und damit zu Unfruchtbarkeit oder zu einer Eileiter-Schwangerschaft (Schwangerschaft, die sich im Eileiter anstatt der Gebärmutter entwickelt). Eine Spirale erhöht leicht das Risiko von Unterleibsentzündungen.

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Alle Angaben zur Notfall-Verhütung mit der ‚Pille danach’, der ‚Spirale danach’ oder dafür ‚geeigneten normalen Pillen’ beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Achtung: Keine Notfall-Verhütungsmethode ist 100prozentig sicher! Bitte wenden Sie sich deshalb nach Möglichkeit immer an Ärztinnen / Ärzte (für Frauenheilkunde) in einer Praxis, Klinik oder einer Beratungsstelle.