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Die "Pille danach"

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Die „Pille danach“ (Kombinationspräparat)

Wirkung/Anwendung
Bei der „Pille danach“ (Kombinationspräparat) wird durch die rechtzeitige Einnahme eines Pillenpräparates mit erhöhtem Hormongehalt die Einnistung eines befruchteten Eis in die Gebärmutter verhindert (Nidationshemmung). Bei dieser „Pille danach“ sind die Hormone Ethinylestradiol (ein Östrogen) und Levonorgestrel (ein Gestagen) miteinander kombiniert.
Die Anwendung ist in zwei Phasen unterteilt: Die erste Dosierung muss innerhalb von 72 Stunden erfolgen und die zweite Dosierung wird 12 Stunden später in gleicher Höhe wiederholt.

Bei Einnahme der „Pille danach“ auf leerem Magen besteht die Gefahr, dass die Pillen erbrochen werden. Vor der Einnahme sollte deshalb mindestens ein halbes Butterbrötchen oder ähnliches gegessen werden (siehe Packungsbeilage). Wenn die Pillen innerhalb von zwei Stunden nach Einnahme erbrochen werden, muss auf jeden Fall eine neue Dosis eingenommen werden (also die gleiche Menge nochmal), da die Verhütungswirkung sonst gar nicht gewährleistet ist!

Wichtig ist bei einer Verhütungspanne, möglichst schnell zur Frauenärztin/zum Frauenarzt, zur nächsten Beratungsstelle oder - speziell am Wochenende - zu den Notdiensten oder gynäkologischen Ambulanzen zu gehen. Denn: Die „Pille danach“ (Kombinationspräparat) muss möglichst 12 bis spätestens 72 Stunden (je früher, desto besser!) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Tipp
Auf alle Fälle sollte sich die Verwenderin nach der Einnahme der „Pille danach“ von einer Ärztin/einem Arzt oder in einer Beratungsstelle über Verhütungsmethoden beraten lassen, damit zukünftige "Pannen" vermieden werden können.

Sicherheit
Wenn die „Pille danach“ frühzeitig eingenommen wird, liegt ihre Verhütungs-Sicherheit nach wissenschaftlichen Untersuchungen bei ca. 85%. Das bedeutet, bei 85 von 100 Frauen, die sonst schwanger geworden wären, kann diese „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindern.

Vorteile
Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr (durch das Nicht-Benutzen von Verhütungsmitteln oder ihrem Versagen), ist die „Pille danach“ eine wirksame Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Nachteile
Etwa jeder zweiten Frau wird durch die hohe Hormonmenge kurzzeitig übel. Manchmal führt dies auch zu Erbrechen. Meist ist auch mit Unregelmäßigkeiten im weiteren Zyklusverlauf zu rechnen. Manche Frauen berichten von Spannungsgefühl in den Brüsten. Da es sich bei der „Pille danach“ um ein hochwirksames Medikament handelt, ist sie - auch aus medizinischen Gründen - kein reguläres Verhütungsmittel! Und kann keinesfalls mehr als einmal im Zyklus angewandt werden, da die hohen Hormonmengen den Zyklus sehr durcheinander bringen. Für den Rest des Zyklus muss also zusätzlich mit nichthormonellen Mitteln wie zum Beispiel Kondomen verhütet werden.







Die „Pille danach“ (Monopräparat mit nur einem Hormon)

Wirkung/Anwendung
Der Hormonwirkstoff dieses Präparates ist ein Gestagen und heißt Levonorgestrel (Produktname: unofem®, 1 Tablette, € 16,85, rezeptpflichtig, Levogynon®, 2 Tabletten, € 17,79 rezeptpflichtig). Die Anwendung ist anders als beim Kombinationspräparat. Es gibt nur eine Dosis (1 Pille bei unofem bzw. 2 bei Levogynon) die möglichst rasch nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Die Wirksamkeit ist in den ersten 24 Stunden am höchsten, aber auch nach 72 Stunden kann die Notfallverhütung angewandt werden!
Neueste Untersuchungen haben eine Wirksamkeit bis 120 Stunden nachgewiesen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anwendung nicht mehr notfallverhütend wirkt deutlich höher.

Auch vor Einnahme dieser „Pille danach“ sollte mindestens ein halbes Butterbrötchen oder ähnliches gegessen werden. Bei Einnahme auf leerem Magen besteht die Gefahr, dass die Pillen erbrochen werden. Falls in den ersten zwei Stunden nach Einnahme einer Tablette erbrochen wird, muss sofort eine neue eingenommen werden. Sonst ist die Verhütung unsicher. Falls gleichzeitig Arzneimittel wie bestimmte Antibiotika, virushemmende Mittel oder gewisse Medikamente gegen Epilepsie eingenommen werden, darf die zweite Tablette nicht später als 12 Stunden nach der ersten eingenommen werden, da sonst die Verhütungs-Wirksamkeit verringert bzw. ganz aufgehoben wird. Egal welche Medikamente Sie einnehmen (auch frei verkäufliche Mittel!), sollten Sie darüber auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen.

Sicherheit
Untersuchungen zeigen, dass dieses Monopräparat (=enthält nur einen Wirkstoff) verträglicher und wirksamer ist als die bisherige „Pille danach“ (also das Kombinationspräparat). Wird die neuere „Pille danach“ bald nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen, besteht eine hohe Verhütungs-Sicherheit: Bis zu 95% bei Anwendung innerhalb von 24 Stunden (aber nur 58% bei Anwendung innerhalb von 48-72 Stunden).

Vorteile
Auch diese „Pille danach“ hat die gleichen Vorteile wie das Kombinationspräparat. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Verträglichkeit.

Nachteile
Es können nach Einnahme dieses Präparates Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch, Müdigkeit, Schwindel, Erbrechen, Spannungsgefühl in den Brüsten oder Kopfschmerzen (manchmal auch erstmals, manchmal migräneartig oder ungewohnt stark) auftreten. Nicht selten sind auch Schmier- und Zwischenblutungen sowie ein unregelmäßiger Zyklus. Für den Rest des Zyklus muss also zusätzlich mit nichthormonellen Mitteln wie z.B. Kondomen verhütet werden.




[© 2011 multi MED vision GbR]




Alle Angaben zur Notfall-Verhütung mit der ‚Pille danach’, der ‚Spirale danach’ oder dafür ‚geeigneten normalen Pillen’ beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Achtung: Keine Notfall-Verhütungsmethode ist 100prozentig sicher! Bitte wenden Sie sich deshalb nach Möglichkeit immer an Ärztinnen / Ärzte (für Frauenheilkunde) in einer Praxis, Klinik oder einer Beratungsstelle.