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Die "Pille danach"

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Die „Pille danach“ (Kombinationspräparat)

Wirkung/Anwendung Bei der „Pille danach“ (Kombinationspräparat) wird durch die rechtzeitige Einnahme eines Pillenpräparates mit erhöhtem Hormongehalt die Einnistung eines befruchteten Eis in die Gebärmutter verhindert (Nidationshemmung). Bei dieser „Pille danach“ sind die Hormone Ethinylestradiol (ein "Östrogen") und Levonorgestrel (ein "Gestagen") miteinander kombiniert (Produktname: Tetragynon®, 4 Dragees, € 9,71, rezeptpflichtig).
Es müssen jeweils 2 Tabletten (also insgesamt 4 Stück) im Abstand von 12 Stunden eingenommen werden.

Bei Einnahme der „Pille danach“ auf leerem Magen besteht die Gefahr, dass die Pillen erbrochen werden. Vor der Einnahme sollte deshalb mindestens ein halbes Butterbrötchen oder ähnliches gegessen werden (siehe Packungsbeilage). Wenn die Pillen innerhalb von zwei Stunden nach Einnahme erbrochen werden, muss auf jeden Fall eine neue Dosis eingenommen werden (also erneut 2 Pillen), da die Verhütungswirkung sonst nicht sicher eintritt!

Wichtig ist bei einer Verhütungspanne, möglichst schnell zur Frauenärztin/zum Frauenarzt, zur nächsten Beratungsstelle oder - speziell am Wochenende - zu den Notdiensten oder gynäkologischen Ambulanzen zu gehen. Denn: Die „Pille danach“ (Kombinationspräparat) muss möglichst 24 bis spätestens 48 Stunden (je früher, desto besser!) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Tipp Auf alle Fälle sollte sich die Verwenderin nach der Einnahme der „Pille danach“ von einer Ärztin/einem Arzt oder in einer Beratungsstelle über Verhütungsmethoden beraten lassen, damit zukünftige "Pannen" vermieden werden können.

Sicherheit Wenn die „Pille danach“ frühzeitig eingenommen wird, liegt ihre Verhütungs-Sicherheit nach wissenschaftlichen Untersuchungen bei ca. 85%. Das bedeutet, bei 85 von 100 Frauen, die sonst schwanger geworden wären, kann diese „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindern.

Vorteile Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr (durch das Nicht-Benutzen von Verhütungsmitteln oder ihrem Versagen), ist die „Pille danach“ eine wirksame Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Nachteile Etwa jeder zweiten Frau wird durch die hohe Hormonmenge kurzzeitig übel. Manchmal führt dies auch zu Erbrechen. Meist ist auch mit Unregelmäßigkeiten im weiteren Zyklusverlauf zu rechnen. Manche Frauen berichten von Spannungsgefühl in den Brüsten. Da es sich bei der „Pille danach“ um ein hochwirksames Medikament handelt, ist sie - auch aus medizinischen Gründen - kein reguläres Verhütungsmittel! Und kann keinesfalls mehr als einmal im Zyklus angewandt werden, da die hohen Hormonmengen den Zyklus sehr durcheinander bringen. Für den Rest des Zyklus muss also zusätzlich mit nichthormonellen Mitteln wie z.B. Kondomen verhütet werden.







Die „Pille danach“ (Monopräparat mit nur einem Hormon)

Wirkung/Anwendung Der Hormonwirkstoff dieses Präparates ist ein Gestagen und heißt Levonorgestrel (Produktname: duofem®, 2 Tabletten, € 10,14, rezeptpflichtig, Levogynon®, 2 Tabletten, rezeptpflichtig). Es zeigt kleine Unterschiede bei der Anwendung gegenüber dem oben genannten Präparat: Die erste Dosis kann bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die zweite Dosis soll frühestens 12 Stunden und spätestens 24 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden. Außerdem braucht nur jeweils 1 Tablette (also insgesamt 2 Stück) insgesamt eingenommen werden. Auch hier gilt: Je früher die Einnahme, desto höher ist die Verhütungs-Sicherheit.

Auch vor Einnahme dieser „Pille danach“ sollte mindestens ein halbes Butterbrötchen oder ähnliches gegessen werden. Bei Einnahme auf leerem Magen besteht die Gefahr, dass die Pillen erbrochen werden. Falls in den ersten zwei Stunden nach Einnahme einer Tablette erbrochen wird, muss sofort eine neue eingenommen werden. Sonst ist die Verhütung unsicher. Falls gleichzeitig Arzneimittel wie bestimmte Antibiotika, virushemmende Mittel oder gewisse Medikamente gegen Epilepsie eingenommen werden, darf die zweite Tablette nicht später als 12 Stunden nach der ersten eingenommen werden, da sonst die Verhütungs-Wirksamkeit verringert bzw. ganz aufgehoben wird. Egal welche Medikamente Sie einnehmen (auch frei verkäufliche Mittel!), sollten Sie darüber auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen.

Sicherheit Untersuchungen zeigen, dass dieses Monopräparat (=enthält nur einen Wirkstoff) verträglicher und wirksamer ist als die bisherige „Pille danach“ (also das Kombinationspräparat). Wird die neuere „Pille danach“ bald nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen, besteht eine hohe Verhütungs-Sicherheit: Bis zu 95% bei Anwendung innerhalb von 24 Stunden (aber nur 58% bei Anwendung innerhalb von 48-72 Stunden).

Vorteile Auch diese „Pille danach“ hat die gleichen Vorteile wie das Kombinationspräparat. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Verträglichkeit.

Nachteile Es können nach Einnahme dieses Präparates Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch, Müdigkeit, Schwindel, Erbrechen, Spannungsgefühl in den Brüsten oder Kopfschmerzen (manchmal auch erstmals, manchmal migräneartig oder ungewohnt stark) auftreten. Nicht selten sind auch Schmier- und Zwischenblutungen sowie ein unregelmäßiger Zyklus. Für den Rest des Zyklus muss also zusätzlich mit nichthormonellen Mitteln wie z.B. Kondomen verhütet werden.




[© 2008 multi MED vision GbR]




Alle Angaben zur Notfall-Verhütung mit der ‚Pille danach’, der ‚Spirale danach’ oder dafür ‚geeigneten normalen Pillen’ beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Achtung: Keine Notfall-Verhütungsmethode ist 100prozentig sicher! Bitte wenden Sie sich deshalb nach Möglichkeit immer an Ärztinnen / Ärzte (für Frauenheilkunde) in einer Praxis, Klinik oder einer Beratungsstelle.