Verhütungsverhalten Erwachsener 2003
ERGEBNISSE EINER REPRÄSENTATIVEN BEFRAGUNG 20- BIS 44-JÄHRIGER
Herausgeberin: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Vorbemerkung
Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, Berlin und Dortmund, eine repräsentative Untersuchung zum Kontrazeptionsverhalten Erwachsener in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt.
Im Rahmen der Studie wurde zum einen ermittelt, welche Verfahren und Methoden der Empfängnisverhütung in der Altersgruppe der 20- bis 44-jährigen Männer und Frauen angewandt werden. Zum anderen interessierte das Informationsverhalten, die präferierten Informationsquellen sowie das Wissen der Befragten zum Thema Kontrazeption.
Die Befragung richtete sich analog zur Vorstudie im Jahr 2000 an Erwachsene im Alter von 20 bis 44 Jahren, die in den letzten 12 Monaten Geschlechtsverkehr hatten. Insgesamt wurde eine Fallzahl von 1.501 Befragten realisiert. Die Erhebung wurde vom 5. bis 19. März 2003 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt.
Ziel der Vorstudie 2000 war zum einen die Entwicklung eines Kategoriensystems der angewandten Methoden zur Empfängnisverhütung, zum anderen die Überprüfung der Brauchbarkeit des Fragebogens. Damals wurden insgesamt 513 Frauen und Männer befragt. Auf Grund der vergleichsweise geringen Fallzahlen in der Vorstudie und der zum Teil abweichenden Fragemodi besteht die Gefahr gegebene Abweichungen der Befunde aus beiden Studien fehl zu interpretieren, weshalb im vorliegenden Bericht auf einen Vergleich der Ergebnisse der Befragungen von 2000 und 2003 verzichtet wird.
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung werden im nachfolgenden Ergebnisbericht vorgestellt.
1. Subjektive Informiertheit über den Bereich Empfängnisverhütung
In allen Bevölkerungsgruppen überwiegt sehr deutlich der Anteil derjenigen, die sich sehr gut oder gut über den Bereich Empfängnisverhütung informiert fühlen: 61 Prozent der Befragten beurteilen ihre Kenntnisse über dieses Thema als sehr gut, 36 Prozent als gut.
2 Prozent fühlen sich über den Bereich Kontrazeption weniger gut informiert. Der Anteil-derjenigen, die sich selbst als schlecht informiert bezeichnen, liegt bei weniger als 1 Prozent.
Sehr gut informiert fühlen sich besonders häufig die Frauen und die formal höher Gebildeten. Ein - zumindest subjektiv vorhandenes - Informationsdefizit ist am ehesten bei den Befragten festzustellen, die ihrer Gesundheit allgemein nur wenig oder überhaupt keine Beachtung schenken sowie bei denjenigen, die meinen, Verhütung sei in ihrer Beziehung in erster Linie Sache ihres Partners bzw. ihrer Partnerin.
Informiertheit über den Bereich Empfängnisverhütung
(Selbsteinschätzung)
Wie gut fühlen Sie sich persönlich über den Bereich Empfängnisverhütung informiert: Sehr gut, gut, weniger gut oder schlecht?

Basis: Alle Befragten (n=1.501) Angaben in Prozent
Mit der Frage zum Empfängnishöhepunkt im Laufe des weiblichen Zyklus erhält man einen Indikator für das tatsächliche Wissen der Befragten über das Thema Empfängnis bzw. Verhütung. Einschränkend muss dabei berücksichtigt werden, dass die Kenntnis des Fruchtbarkeitszyklus nur dann unmittelbar verhütungsrelevant ist, wenn ein Paar sich entschlossen hat, auf "natürliche" Weise zu verhüten.
17 Prozent der Befragten glauben, dass die Möglichkeit, schwanger zu werden an den ersten Tagen nach der Regelblutung der Frau am größten ist. 14 Prozent vermuten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis an den letzten Tagen vor der nächsten Regelblutung am höchsten ist. 60 Prozent wissen, dass die fruchtbarsten Tage einer Frau etwa in der Mitte des Zyklus liegen.
Der Zeitpunkt des Empfängnishöhepunktes ist überdurchschnittlich häufig den Frauen, insbesondere den formal höher Gebildeten bekannt. Diejenigen, die ihren Informationsstand über das Thema Verhütung insgesamt als sehr gut bezeichnen, wissen deutlich häufiger als die übrigen Befragten, dass die fruchtbarsten Tage der Frau etwa in der Mitte ihres Zyklus liegen.
Empfängnishöhepunkt im Laufe des weiblichen Zyklus
Wann ist Ihrer Meinung nach die Möglichkeit, schwanger zu werden, am größten: Ist das an den ersten Tagen nach der Regelblutung, etwa in der Mitte zwischen den Regelblutungen, an den letzten Tagen vor der nächsten Regelblutung oder während der Regelblutung?

Basis: Alle Befragten (n=1.501) *Fallzahl in der Teilgruppe ≤80 Angaben in Prozent
2. Informationsquellen
Die Kenntnisse über Empfängnisverhütung stammen zumeist aus Gesprächen mit Freunden, Verwandten oder Bekannten (73 %) sowie mit dem Partner bzw. der Partnerin (69 %). Als Informationsquellen werden außerdem sehr häufig Berichte in der Presse (63 %), Bücher (58 %) sowie der Arzt (55 %) genannt. 49 Prozent haben ihre Kenntnisse über Empfängnisverhütung in erster Linie aus Aufklärungsbroschüren, 45 Prozent aus Filmen oder Fernsehsendungen. 25 Prozent wurden über dieses Thema vor allem durch Vorträge, Seminare oder Lehrveranstaltungen, 24 Prozent durch Werbung oder Werbeprospekte und 12 Prozent durch Radiosendungen informiert. 11 Prozent nennen das Internet und 8 Prozent Beratungsgespräche in der Apotheke als primäre Informationsquellen zum Thema Empfängnisverhütung. Gesprächen mit Mitarbeitern einer Beratungsstelle (4 %) und Computerprogrammen (2 %) kommt in diesem Zusammenhang nur eine geringe Bedeutung zu.
Informationsquellen
Woher stammen Ihre Kenntnisse über Empfängnisverhütung in erster Linie?*
* Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Alle Befragten (n=1.501) Angaben in Prozent
Dabei lassen sich zum Teil deutliche Bedeutungsunterschiede der einzelnen Informationsquellen in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten feststellen.
Dies gilt insbesondere für den Arzt. So ist der Arzt für die Frauen, neben Gesprächen mit Freunden, Bekannten und Verwandten, die mit Abstand wichtigste Informationsquelle in Bezug auf Empfängnisverhütung, während die ärztliche Beratung für Männer in dieser Hinsicht nur eine relativ untergeordnete Rolle spielt. Dies dürfte im Wesentlichen darauf zurückzuführen sein, dass für Männer bislang im Allgemeinen keine der frauenärztlichen Beratung vergleichbaren Leistungen angeboten werden.
Hingegen werden besonders Gespräche mit der Partnerin, aber auch Filme, Fernseh- und Radiosendungen sowie das Internet von den Männern im Vergleich zu den Frauen deutlich häufiger als wichtige Informationsquelle zum Thema Kontrazeption genannt.
Informationsquellen
- nach Geschlecht -
Woher stammen Ihre Kenntnisse über Empfängnisverhütung in erster Linie?*
* Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Alle Befragten (n=1.501) Angaben in Prozent
3. Zuständigkeit für den Bereich Empfängnisverhütung
Kontrazeption ist in den meisten Beziehungen primär Aufgabe der Frau. So geben 61 Prozent der Frauen, aber nur 17 Prozent der Männer an, hauptsächlich selbst für die Verhütung zuständig zu sein, wenn sie mit jemandem Geschlechtsverkehr haben.
Allerdings wird erkennbar, dass die subjektive Einschätzung der Zuständigkeiten in Bezug auf das Thema Kontrazeption zwischen den Frauen und den Männern nicht ganz übereinstimmt. So äußern die Männer zwar selten, primär selbst für die Verhütung zuständig zu sein, sind aber im Gegensatz zu den Frauen zumeist der Meinung, dass die Verantwortung für den Empfängnisschutz in ihrer Beziehung von beiden Partnern gemeinsam getragen wird.
Zuständigkeit für Verhütung
Wenn Sie mit jemanden Geschlechtsverkehr haben, wer ist dann bei Ihnen normalerweise hauptsächlich für die Verhütung zuständig?
Basis: Alle Befragten (n=1.501) Angaben in Prozent
4. Anwendung von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden
77 Prozent der Befragten benutzen zur Zeit Empfängnisverhütungsmittel oder wenden Empfängnisverhütungsmethoden an, wenn sie miteinander Geschlechtsverkehr haben. 23 Prozent verzichten darauf.
Von den unter 30-Jährigen verhüten derzeit 85 Prozent, bei den 30- bis 44-Jährigen liegt dieser Anteil mit 73 Prozent etwas niedriger.
Anwendung von Verhütungsmitteln bzw. -methoden
Benutzen Sie oder Ihr Partner zur Zeit Empfängnisverhütungsmittel oder wenden Sie Empfängnisverhütungsmethoden an? Unter einem Partner verstehen wir hier jemanden, mit dem Sie Sexualkontakt hatten, unabhängig davon, ob es sich dabei um einen festen Partner oder um einen Gelegenheitspartner handelt.
Basis: Alle Befragten (n=1.501) Angaben in Prozent
Ein zentrales Ziel der Studie 2000 war es, ein Kategoriensystem der angewandten Methoden zur Empfängnisverhütung zu entwickeln, welches als Basis für spätere repräsentative Befragungen zum Verhütungsverhalten in der Bundesrepublik Deutschland herangezogen werden kann. Wesentliches Merkmal des in diesem Zusammenhang entwickelten Kategoriensystems ist es, dass nicht nur Fachbezeichnungen enthalten sind, sondern im Besonderen auch die Begrifflichkeiten, die die Befragten selbst für die von ihnen genutzte Verhütungsmethode verwenden, d.h. das entwickelte Kategoriensystem schließt auch umgangssprachliche Bezeichnungen und Erläuterung mit ein.
Die Frage nach der verwendeten Verhütungsmethode wurde unverändert offen gestellt. Die entwickelten Kategorien aus der Vorstudie 2000 dienten als Precodes für die Interviewer. Eine weitere offene Kategorie "Sonstiges" stellte sicher, dass auch in der Vorstudie nicht ermittelte Methoden (z.B. Hormonstäbchen, die in die Haut eingepflanzt werden, Nuva-Ring) erfasst wurden. Dies ermöglicht es im Besonderen, auch neue Entwicklungen auf dem Markt der Verhütungsmittel und -methoden zu berücksichtigen und das Kategoriensystem entsprechend zu erweitern.
Alle folgenden Fragen zum derzeit verwendeten Verhütungsmittel richteten sich ausschließlich an diejenigen, die zur Zeit Empfängnisschutz betreiben.
Das Kontrazeptivum mit der größten Verbreitung ist die Pille: 55 Prozent der Befragten benutzen diese zur Zeit zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. An zweiter Stelle folgt das Kondom mit 36 Prozent. 12 Prozent verhüten mit der Spirale. 4 Prozent haben sich für die Sterilisation des Mannes, genauso viele für die Sterilisation der Frau entschieden. Jeweils 1 Prozent wenden die Dreimonatsspritze, das Temperaturmessen, die Kalendermethode, Hormonstäbchen unter der Haut, Coitus interruptus sowie Babycomputer als Verhütungsmethode an.
Welche Verhütungsmethoden darüber hinaus Verwendung finden, zeigt die nachfolgende Grafik. Vereinzelt (von weniger als 1 Prozent) wurden darüber hinaus genannt: Schleimbeobachtung, Nuva-Ring, chemische Verhütungsmittel und Diaphragma.
Angewandte Verhütungsmittel bzw. -methoden
Welche Empfängnisverhütungsmittel oder -methoden wenden Sie zur Zeit an?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich; ausgewiesen sind alle Nennungen ≥1 Prozent Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten [n= 1.147) Angaben in Prozent
Einige der Befragten verlassen sich nicht ausschließlich auf ein Kontrazeptivum, sondern wenden mehrere Verhütungsmittel oder -methoden in Kombination (10 %) oder abwechselnd (6 %) an.
Anwendung mehrerer Verhütungsmethoden
Wenden Sie die von Ihnen genannten Verhütungsmittel bzw. -methoden kombiniert an oder wenden Sie diese abwechselnd, also mal die eine, mal die andere an?
Basis: Befragte, die mehrere Verhütungsmethoden anwenden (n=179) Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147) Angaben in Prozent
Dies gilt vor allem für Kondom und Pille: So werden Kondom und Pille von 9 Prozent der Befragten gemeinsam und von weiteren 5 Prozent abwechselnd angewandt. Die Spirale als dritthäufigste Verhütungsmethode wird nur von weniger als 1 Prozent der Befragten mit einem anderen Verhütungsmittel kombiniert, abwechselnd mit einer anderen Methode kommt sie bei keinem der Befragten zum Einsatz.
Verwendung mehrerer Verhütungsmittel bzw. -methoden
Welche Empfängnisverhütungsmittel oder -methoden wenden Sie zur Zeit an?*
* Die gemeinsame oder abwechselnde Verwendung von Verhütungsmitteln ist nur für Nennungen ≥1 Prozent ausgewiesen Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten [n= 1.147) Angaben in Prozent
Betrachtet man die Verwendung der am weitesten verbreiteten Verhütungsmittel differenziert nach dem Alter der Befragten, so lässt sich feststellen, dass Pille und Kondom überdurchschnittlich häufig von den jüngeren Befragten unter 30 Jahre genutzt werden. Die Spirale wird hingegen vergleichsweise häufig von den 30- bis 44-Jährigen angewandt.
Die Wahl des Verhütungsmittels variiert außerdem sehr stark in Abhängigkeit davon, ob die Befragten einen festen Partner haben oder nicht. Dies zeigt sich im Besonderen in der Präferenz des Kondoms durch Befragte, die keine feste Beziehung haben. Während "lediglich" 31 Prozent derjenigen mit festem Partner mit Kondomen verhüten, wenden 69 Prozent der Befragten ohne feste Beziehung das Kondom als alleiniges oder mit anderen Verhütungsmitteln kombiniertes bzw. abwechselnd gebrauchtes Kontrazeptivum an.
Angewandte Verhütungsmittel bzw. -methoden
- nach Alter und Partnerschaftsstatus -
Welche Empfängnisverhütungsmittel oder -methoden wenden Sie zur Zeit an?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich; ausgewiesen sind die 3 häufigsten Nennungen Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147} Angaben in Prozent
5. Subjektive Informiertheit über die angewandte Verhütungsmethode
Über die von ihnen angewandte Verhütungsmethode fühlen sich 47 Prozent sehr gut und weitere 47 Prozent gut informiert. 6 Prozent meinen, sie wüssten darüber weniger gut (5 %) oder nur schlecht (1 %) Bescheid.
Sehr gut informiert fühlen sich überdurchschnittlich häufig die Frauen sowie die Befragten, die sich selbst primär für die Empfängnisverhütung in ihrer Beziehung zuständig fühlen. Informationslücken über die von ihnen angewandte Verhütungsmethode hingegen attestieren bei sich selbst am ehesten die Männer sowie diejenigen, die meinen, Verhütung sei hauptsächlich die Sache ihres Partners bzw. ihrer Partnerin.
Ein Zusammenhang lässt sich darüber hinaus - analog zur subjektiven Informiertheit über das Thema Kontrazeption insgesamt - mit dem allgemeinen Gesundheitsbewusstsein der Befragten feststellen: So fühlen sich Befragte, die sehr auf ihre Gesundheit achten insgesamt betrachtet deutlich besser informiert als diejenigen, die ihrer Gesundheit kaum Beachtung schenken.
Informiertheit über die angewandte Verhütungsmethode
Wie gut fühlen Sie sich über die Verhütungsmethode bzw. das Verhütungsmittel, das Sie derzeit verwenden, informiert: Sehr gut, gut, weniger gut oder schlecht?

Basis: Befragten die zur Zeit verhüten [n= 1.147) *Fallzahl in der Teilgruppe ≤80 Angaben in Prozent
6. Gründe für die Wahl der angewandten Verhütungsmethode
Die mit Abstand am häufigsten genannten Gründe für die Wahl des derzeit genutzten Verhütungsmittels sind Sicherheit und Zuverlässigkeit (34 %), die einfache, bequeme und praktische Handhabbarkeit (33 %) sowie die gute Verträglichkeit und die wenigen Nebenwirkungen der angewandten Methode bzw. die Unverträglichkeit anderer Mittel (25 %).
Welche weiteren Gründe für einige der Befragten entscheidungsrelevant waren, zeigt die nachfolgende Grafik.
Gründe für die Wahl der angewandten Verhütungsmethode
Aus welchen Gründen haben Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin sich gerade für dieses Verhütungsmittel bzw. diese Verhütungsmethode entschieden?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich; Nennungen ≥1 Prozent Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147) Angaben in Prozent
Sicherheit, Zuverlässigkeit sowie die einfache und bequeme Anwendung sind besonders aus Sicht der Befragten, die mit Hilfe der Pille verhüten, entscheidend für die Wahl ihres Verhütungsmittels gewesen.
Für die Anwendung des Kondoms spricht aus Sicht seiner Verwender vor allem dessen gute Verträglichkeit.
Ausschlaggebend für eine gemeinsame Verwendung des Kondoms mit anderen Verhütungsmitteln ist die Steigerung der Sicherheit des Empfängnisschutzes. Eine Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der zusätzliche Schutz vor Geschlechtskrankheiten durch das Kondom.
Gründe für die Wahl der angewandten Verhütungsmethode
- nach Art der angewandten Verhütungsmethode -
Aus welchen Gründen haben Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin sich gerade für dieses Verhütungsmittel bzw. diese Verhütungsmethode entschieden?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich; Nennungen ≥1 Prozent Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147) Angaben in Prozent
7. Empfehlung der angewandten Verhütungsmethode
54 Prozent derjenigen, die derzeit verhüten, wenden die aktuell praktizierte Verhütungsmethode auf Empfehlung ihres Arztes an.
Empfehlungen von Freunden, den Eltern, anderen Bekannten und Verwandten, Büchern, Medien oder der Schule spielen in diesem Zusammenhang nur eine vergleichsweise geringe Rolle.
Relativ viele (30 %) sagen auch, dass ihnen niemand ihr Verhütungsmittel speziell empfohlen hat, sondern dass sie sich auf Grund eigener Überlegungen und Informationen dafür entschieden haben.
Empfehlung des angewandten Verhütungsmittels
Wer hat Ihnen oder Ihrem Partner das Verhütungsmittel bzw. die Verhütungsmethode, die Sie derzeit anwenden, empfohlen?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich; Nennungen ≥1 Prozent Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n= 1.147) Angaben in Prozent
Auf Empfehlung ihres Arztes nehmen ihr derzeitiges Verhütungsmittel vor allem die Frauen sowie diejenigen, die mit Hilfe der Pille oder Spirale verhüten.
Dass ihnen die Verhütungsmethode, die sie derzeit anwenden, von den Eltern, insbesondere der Mutter, empfohlen wurde, geben vergleichsweise häufig die unter 30-Jährigen Männer und Frauen an.
Empfehlung des angewandten Verhütungsmittels
- nach Alter, Geschlecht und Art der angewandten Verhütungsmethode -
Wer hat Ihnen oder Ihrem Partner das Verhütungsmittel bzw. die Verhütungsmethode, die Sie derzeit anwenden, empfohlen?*
* Offene Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147) Angaben in Prozent
8. Informationsbedarf
23 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Informationen über das Thema Empfängnisverhütung. 77 Prozent haben keinen weiteren Informationsbedarf.
Interesse an weiteren Informationen äußern überdurchschnittlich häufig die unter 30-Jährigen, die Befragten ohne festen Partner sowie insbesondere diejenigen, die ihre Kenntnisse über den Bereich Kontrazeption als weniger gut oder schlecht bezeichnen. Leichte Unterschiede zeigen sich auch bei der Aufschlüsselung nach der derzeit angewandten Verhütungsmethode. So haben Kondom-Anwender etwas häufiger als der Durchschnitt Informationsbedarf in diesem Bereich. Befragte, die mit Hilfe der Spirale verhüten, wünschen hingegen vergleichsweise selten weitere Informationen.
Informationsbedarf
Würden Sie sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen?
Basis: Alle Befragten (n=1.501) * Fallzahl in der Teilgruppe ≤80 Angaben in Prozent
Befragte, deren Kenntnisse über das Thema Empfängnisverhütung in erster Linie aus der Werbung bzw. Werbeprospekten oder aus dem Internet stammen, wünschen sich etwas häufiger als der Durchschnitt weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung.
Ebenso äußern diejenigen, die ihr Verhütungsmittel nicht auf eine spezielle Empfehlung hin, sondern auf Grund eigener Überlegungen anwenden, etwas häufiger Informationsbedarf als die Befragten insgesamt.
Informationsbedarf
- nach Informationsquellen und Empfehlung -
Würden Sie sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen?
Basis: Alle Befragten (n=1.501) * auf weitere Aufschlüsselungen wird auf Grund zu geringer Fallzahlen in den übrigen Teilgruppen verzichtet Angaben in Prozent
Um Zielgruppen mit besonders hohem Informationsbedarf erkennen zu können wurde eine Kontrastgruppenanalyse durchgeführt. Mit Hilfe dieses multivariaten Verfahrens kann der Einfluss von mehreren unabhängigen Variablen auf den Anteilswert des abhängigen Merkmals in einer Stichprobe, in diesem Fall der Informationsbedarf der Befragten, erhoben werden. Dabei konnten zwei Zielgruppen identifiziert werden, bei denen der Anteil der Personen mit Informationsbedarf deutlich über dem Durchschnitt liegt. Dies sind
Zielgruppe
1: Jüngere Erwachsene, die nicht mit einem Partner zusammenleben und spontan verhüten Zielgruppe
2: Frauen, die mit einem Partner zusammenleben und spontan verhüten
In der Kategorie "Spontane Verhütung" haben wir alle Verhütungsmethoden zusammengefasst, die immer wieder aufs Neue während oder vor jedem Geschlechtsverkehr angewandt werden, also Kondom, Coitus interruptus, chemische Verhütungsmittel und natürliche Verhütungsmittel, wie z.B. Temperaturmessen und Schleimbeobachtung.
Informationsbedarf
- Kontrastgruppenanalyse -
Würden Sie sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen?
Basis: Befragte, die zur Zeit verhüten (n=1.147) * Unter 30-Jährige, die nicht mit einem Partner zusammen leben und spontan verhüten ** Frauen, die mit einem Partner zusammen leben und spontan verhüten Angaben in Prozent
9. Präferierte Informationsquellen
Befragte, die Informationsbedarf haben, wurden gefragt, über welche Personen oder Medien sie am liebsten weitergehend über das Thema Empfängnisverhütung informiert werden würden.
An erster Stelle werden hier Aufklärungsbroschüren (75 %) und der Arzt (73 %) genannt. 63 Prozent präferieren in diesem Zusammenhang Gespräche mit dem Partner oder der Partnerin, jeweils 60 Prozent Informationen über Bücher bzw. Presseberichte und weitere 56 Prozent Gespräche mit Freunden, Bekannten oder Verwandten. Relativ viele wünschen sich darüber hinaus weitergehende Informationen aus Filmen oder Fernsehsendungen (54 %) und aus dem Internet (45 %).
Wie attraktiv andere Informationsquellen für die Befragten in diesem Zusammenhang sind, zeigt die nachfolgende Grafik.
Präferierte Informationsquellen
Über welche Personen oder Medien würden Sie am liebsten weitere Informationen über den Bereich Empfängnisverhütung erhalten?*
* Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Befragte, die sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen (n=326) Angaben in Prozent
Die Präferenzen der befragten Männer und Frauen bezüglich der Informationsquellen zum Thema Kontrazeption unterscheiden sich zum Teil recht deutlich.
So ist die beratende Funktion des Arztes wiederum bei den Frauen deutlich gefragter als bei den Männern, was wie bereits erwähnt sicherlich daran liegen dürfte, dass Frauen im Gegensatz zu den Männern mit dem Gynäkologen speziell für Fragen rund um das Thema Sexualität und Empfängnis einen ärztlichen Ansprechpartner haben.
Bei Männern hingegen kommt dem Gespräch mit der Partnerin eine deutlich höhere Bedeutung zu als umgekehrt. Dieses Ergebnis wiederum korrespondiert mit dem Befund, dass Männer sich deutlich seltener selbst primär für die Verhütung zuständig fühlen, sondern Empfängnisschutz zumeist als gemeinsame Aufgabe beider Partner oder auch der Partnerin allein ansehen.
Präferierte Informationsquellen
- nach dem Geschlecht -
Über welche Personen oder Medien würden Sie am liebsten weitere Informationen über den Bereich Empfängnisverhütung erhalten?*
* Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Befragte, die sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen (n=326) Angaben in Prozent
Im Folgenden sind die präferierten Informationsquellen nach dem Alter aufgeschlüsselt. Zunächst fällt auf, dass die Akzeptanz der abgefragten Informationsquellen bei den unter 30-Jährigen mit wenigen Ausnahmen deutlich höher ist als bei den Befragten im Alter von 30 bis 44 Jahren. Dies gilt im Besonderen für persönliche Gespräche mit dem Arzt, dem Partner, Freunden, Bekannten bzw. Verwandten sowie mit Mitarbeitern einer Beratungsstelle
Die 30- bis 44-Jährigen hingegen geben das Internet, Radiosendungen und Computerprogramme etwas häufiger als die Jüngeren als bevorzugte Informationsquelle an.
Präferierte Informationsquellen
- nach dem Alter -
Über welche Personen oder Medien würden Sie am liebsten weitere Informationen über den Bereich Empfängnisverhütung erhalten?*
* Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Basis: Befragte, die sich weitere Informationen über das Thema Empfängnisverhütung wünschen (n=326) Angaben in Prozent
Interessant ist außerdem, über welche Personen oder Medien der besonders relevanten Zielgruppe der unter 30-Jährigen, die nicht mit einem Partner zusammen leben und spontan verhüten, am besten Informationen über das Thema Empfängnisverhütung vermittelt werden können.
Im Vergleich zur Gesamtheit aller Befragten mit Informationsbedarf, wünscht sich diese Zielgruppe, die mittels der durchgeführten Kontrastgruppenanalyse als Gruppe mit überdurchschnittlich hohem Informationsbedarf identifiziert wurde, einerseits deutlich häufiger Informationen über persönliche Gespräche mit dem Arzt, dem Partner, Freunden, Verwandten oder Bekannten sowie Mitarbeitern in einer Beratungsstelle. Andererseits werden von diesen Befragten vergleichsweise häufig Aufklärungsbroschüren, Bücher und das Internet bevorzugt, d.h. Medien, die im Vergleich zu Fernseh-, Radio- oder Presseberichten im Allgemeinen eine gezieltere und intensivere Beschäftigung mit dem Thema Empfängnisverhütung ermöglichen.
Präferierte Informationsquellen *
- Unter 30-Jährige, die nicht mit Partner zusammen leben und spontan verhüten -
Über welche Personen oder Medien würden Sie am liebsten weitere Informationen über den Bereich Empfängnisverhütung erhalten?*
Basis: Befragte, unter 30 Jahre, die nicht mit einem Partner zusammen leben und spontan verhüten (n=64) * Gestützte Abfrage; Mehrfachnennungen möglich Auf eine Darstellung der präferierten Informationsquellen für die Zielgruppe 2 wurde auf Grund der niedrigen Fallzahl in dieser Teilgruppe verzichtet Angaben in Prozent
10. Die "Pille danach"
Im Unterschied zur Vorstudie schließt die aktuelle Untersuchung auch einige Frage zur so genannten „Pille danach“ mit ein. Untersucht wurde in diesem Zusammenhang ihr Be-kanntheitsgrad sowie die Häufigkeit ihrer Anwendung.
91 Prozent der Befragten haben schon einmal etwas über die „Pille danach“ gehört. 9 Prozent - vergleichsweise häufig den Männern, den formal niedriger Gebildeten sowie denjenigen, die insgesamt nur weniger gut oder schlecht über das Thema Kontrazeption informiert sind - ist die „Pille danach“ nicht bekannt.
Bekanntheit der "Pille danach"
Die so genannte „Pille danach“ verhindert nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine ungewollte Schwangerschaft. Haben Sie schon einmal etwas über die „Pille danach“ gehört oder ist Ihnen die „Pille danach“ nicht bekannt?
Basis: Alle Befragten (n=1.501) * Fallzahl in der Teilgruppe ≤80 Angaben in Prozent
9 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung im Alter von 22 bis 44 Jahren haben die „Pille danach“ schon einmal (6 %) oder mehrmals (3 %) angewandt. Deutlich häufiger als der Durchschnitt äußern dies die unter 30-Jährigen und die Befragten ohne festen Partner. Interessanterweise wurde die „Pille danach“ außerdem überdurchschnittlich häufig gerade von denjenigen angewandt, die ihren Kenntnisstand über Verhütung als sehr gut oder gut einschätzen. Mit anderen Worten scheint Unkenntnis - zumindest auf den ersten Blick -nicht der ausschlaggebende Grund für die Anwendung der „Pille danach“ zu sein.
Anwendung der "Pille danach"
Haben Sie/Ihre Partnerin die „Pille danach“ aus Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft schon einmal oder mehrmals angewandt?
Basis: Alle Befragten (n=1.501) * Fallzahl in der Teilgruppe ≤80 Angaben in Prozent
Alle Angaben zur Notfall-Verhütung mit der ‚Pille danach’, der ‚Spirale danach’ oder dafür ‚geeigneten normalen Pillen’ beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Achtung: Keine Notfall-Verhütungsmethode ist 100prozentig sicher! Bitte wenden Sie sich deshalb nach Möglichkeit immer an Ärztinnen / Ärzte (für Frauenheilkunde) in einer Praxis, Klinik oder einer Beratungsstelle.
